Der Liebesucher

Herr Levi Tonc ist ein ganz normaler Mann, vielleicht eine Spur neugieriger als andere und auf der Suche nach der wahren Liebe, wenn es sie gibt. Er möchte die Wahrheit darüber herausfinden. Darum probiert er einfach alles aus was in der heutigen Zeit möglich ist, auch digital und teilt seine Erfahrungen dann auf amüsante Art, mit seinem Psychater. Dabei ist seine Sicht auf die Untiefen der Menschlichen Seele, die Frauen, die Männer, bestimmt subjektiv, aber ein Körnchen Wahrheit wird jeder darin finden.

VORGESPRÄCH

Dr. Meyer: Guten Morgen Herr Tonc, wie geht es Ihnen heute?

Herr Tonc: Es geht so.

Dr. Meyer: Fehlt ihnen etwas?

Herr Tonc: Vieles.

Dr. Meyer: So, na dann lassen Sie mal hören.

Herr Tonc: Meine Frau will nicht mehr mit mir schlafen.

Dr. Meyer: Aha, wie kommt das? Sie sind doch ein attraktiver Mann, sportlich, mit Humor und Verstand.

Sie haben keinen Bierbauch, noch alle Haare, nicht mal Geheimratsecken.

Sie kleiden sich vielleicht ein wenig leger.

Herr Tonc hebt die Augenbrauen und wirft einen prüfenden Blick an sich herab.

Andere Frauen finden mich anziehend.

Dr. Meyer: Soweit, dass sie mit Ihnen schlafen wollen?

Herr Tonc: Das nicht, aber ich habe bisher die eventuellen Möglichkeiten auch nicht ausgeschöpft oder sie ermuntert.

Dr. Meyer: Aber sie spielen inzwischen mit dem Gedanken?

Herr Tonc: Ja.

Dr. Meyer: Geht es ihnen nur um die sexuelle Befriedigung?

Herr Tonc: Auch, aber eigentlich ist es mehr.

Dr. Meyer: Was meinen Sie mit mehr?

Herr Tonc: Nun, es geht mir um die wahre Leidenschaft.

Dr. Meyer: Runzelt die Stirn. Was verstehen Sie darunter?

Herr Tonc: Ich meine damit, dass ich eine Frau, nicht nur sexuell sondern in allem wie sie ist, so begehre, so verrückt vor Liebe nach ihr bin, das alles andere unwichtig ist.

Dr. Meyer: Hm, das würde man wohl wahre Liebe nennen und diese Liebe haben sie bisher, auch mit Ihrer Frau noch nicht erlebt.

Herr Tonc niedergeschlagen: Nein.

Dr. Meyer: Vielleicht ist eine solche Liebe ja auch bei anderen Menschen nur Illusion oder sie hält nie lange an? Kennen sie das Buch Gefährliche Liebschaften von Laclos?

Herr Tonc: Ja, schon.

Dr. Meyer: Dort resümiert eine der Protagonistinnen am Ende eine vielleicht immer gültige Wahrheit:

„Frauen geben Liebe und Männer nehmen sie nur.“

Herr Tonc: Die Vermutung habe ich fast auch. Es gab kurze Moment mit meiner Frau und anderen Frauen vor ihr, aber eben mehr nicht. Also wollen sie sagen, das ich als Mann eigentlich einem Phantom hinterherjage?

Dr. Meyer: Gehen wir es anders an. Was macht sie optimistisch, dass sie also tatsächlich zu solch einer Liebe fähig sind?

Herr Tonc: Einige wenige zufällige Begegnungen mit Frauen gab es schon. Mindestens zwei bei denen ich mich so unglaublich angezogen fühlte, wie in fünfzehn Jahren Ehe nie. Ich glaube daher auch, dass es nicht nur die eine Frau gibt, die dieses Gefühl auslösen kann.

Dr. Meyer: Interessant. Ich denke da muss ich ihnen Recht geben.

Herr Tonc: Sind Sie glücklich verheiratet? Will meinen lieben Sie ihre Frau?

Dr. Meyer: Lacht. Sie wollen sagen, ob ich da sicher bin? Wie man es nimmt, aber ich denke schon.

Herr Tonc: Und kommt diese Sicherheit nicht nur aus Ihrer allgemein befriedigenden Situation?

Dr. Meyer: Wie meinen Sie das?

Herr Tonc: Nun, ich kenne das auch. Wenn man Zeit für sich und den Partner hat. Dann kann man eigentlich mit jedem Menschen, der einem nahe steht glücklich sein. Für den Moment oder auch länger.

Also eine gute Partnerschaft führen, aber ist diese dann wirklich tiefe Liebe oder ständiges Begehren?

Dr. Meyer: Gut, jetzt weiß ich was sie meinen.

Herr Tonc: So etwas gab es schon sehr lange nicht mehr. Zwischen meiner Frau und mir meine ich.

Dr. Meyer: Nur wegen des Stresses?

Herr Tonc: Auch, aber er verstärkt es nur. Wäre die Liebe groß genug, denke ich, würde der Alltag sie nicht so andauernd überlagern.

Dr. Meyer: Haben sie Ihr Empfinden schon mal mit Ihrer Frau besprochen?

Herr Tonc: Ich habe Sie tatsächlich schon offen gefragt, ob sie keine Freude mehr daran hat, mit mir öfter zu schlafen und warum und ob ich oder wir etwas ändern können, sollen im Bett. Habe ihr auch schon ein Buch geschenkt, wo Paaren Vorschläge gemacht werden, was man beim Liebesspiel verändern kann.

Dr. Meyer: Was hat Sie gesagt?

Herr Tonc zerknirscht: Ich glaube sie hat es heimlich entsorgt.

Dr. Meyer lacht.

Herr Tonc: Das ist eben nicht lustig, sie kann nicht wirklich offen darüber sprechen. Obwohl Sie sonst ein offener, emotionaler Mensch ist. Beim Sex ist sie scheu, konservativ und hat große Angst vor etwas Neuem. Mit dem Alter scheint auch noch Unlust hinzu zu kommen und körperliche Gebrechen. Es kommt dazu dass sie sich selbst nicht mehr für attraktiv hält.

Dr. Meyer: Das geht sicher einigen Frauen so.

Herr Tonc: Mag sein, aber ich versuche auch im Alltag alles, um ihr eben dieses Gefühl nicht zu geben und darauf wie der Partner das sieht, kommt es doch an.

Dr. Meyer: Zumindest teilweise. Was tun sie?

Herr Tonc: Komplimente, kleine Aufmerksamkeiten, Zärtlichkeiten, Blumen, Schokolade usw. Sicher nicht durchgehend und wenn man kaum Belohnt wird, lässt man hier ungewollt nach. Das gebe ich zu.

Dr. Meyer: Was ist also das eigentliche Problem?

Herr Tonc mit düsterer Mine: Ich glaube inzwischen, ich hatte das Gefühl nie.

Dr. Meyer: Welches meinen Sie?

Herr Tonc: Ich fand sie körperlich nie wirklich so anziehend, dass ich sie immer nehmen wollte. Oft musste ich mir beim Sex sogar vorstellen, dass ich eine Andere im Arm halte, die mich mehr erregt.

Dr. Meyer: Weiß sie das?

Herr Tonc: Ich glaube unterbewusst schon.

Dr. Meyer: Aber sie liebt so viele andere Dinge an Ihnen, dass es ihr nicht wichtig ist.

Herr Tonc: Ich nehme an, dass es so ist. Das hat unsere Ehe getragen und trägt sie vielleicht aus ihrer Sicht noch.

Dr. Meyer: Und Ihrerseits, gibt es nicht genug Dinge, die sie an ihr und ihrer Ehe finden können, die gegen eine Aufgabe dieser sprechen.

Herr Tonc: Ganz bestimmt. Daher habe ich selbst auch so lange daran festgehalten.

Ich weiß auch nicht sicher, ob ich die Ehe aufgeben wollte, zumindest die Vaterrolle nicht. Aber wenn da ein neues Gefühl mich förmlich mitreißen würde?

Dr. Meyer: Was hat sich denn nun geändert?

Herr Tonc: Ich halte diese Unterdrückung meiner Sehnsüchte einfach nicht mehr aus und ich habe Angst irgendwann zu alt für das wahre Gefühl und den Spaß dabei zu sein. Oder für mehr als nur platonische Liebe.

Dr. Meyer: Also eine Art sexuelle Torschlusspanik.

Herr Tonc: Vielleicht, aber mehr eine Erkenntnis, dass ewige Treue ohne wahre Leidenschaft nicht der Sinn des Lebens ist.

Dr. Meyer: Aber viele Menschen definieren Liebe so.

Herr Tonc: Weil sie es nicht besser kennen oder nicht wissen wie sie was ändern sollen. Das denke ich ist das Problem, aber ich habe die Hoffnung dass es auch andere Menschen, genau genommen andere Frauen gibt, die diese Sehnsucht nach einer erfüllenderen Beziehung haben.

Dr. Meyer: Ich gebe Ihnen Recht, die gibt es sicher, aber es wird bestimmt nicht einfach, weil jeder Einzelne in seinen individuellen Vorstellungen gefangen ist und die muss nicht der Ihren entsprechen.

Herr Tonc seufzt.

Haben Sie denn einen guten Ratschlag? Schließlich schreiben sie doch so viel darüber.

Dr. Meyer: Haben sie es schon mit käuflicher Liebe probiert?

Herr Tonc lächelt: Natürlich, dass ist auch für den Moment ein Lösung und erstaunlicherweise sind Huren auch nur Menschen.

Dr. Meyer lacht: Wie meinen Sie das?

Herr Tonc: Ich hatte inzwischen schon viele und die überwiegende Mehrheit schafft es, zumindest mit mir, eine für beide Seiten vergnügliche Stunde zu verbringen. Das heißt, sie geben mir tatsächlich die Befriedigung, die ich in diesem Augenblick suche. Es gab auch unbefriedigende Besuche, aber erstaunlich wenige.

Dr. Meyer: Interessant, aber das genügt Ihnen auf Dauer nicht?

Herr Tonc: Nein, bis auf Susi.

Dr. Meyer: Susi?

Herr Tonc: Sie heißt sicher nicht so, aber sie ist die Beste! Sie zeigt ungekannte Leidenschaft und Ausdauer bei mir. Sie ist natürlich jünger und attraktiv, aber vor allem eine Könnerin ihres Faches.

Dr. Meyer: Ich vermute aber, sie ist entfacht trotzdem keine ewige Fackel in ihnen?

Herr Tonc nickt: Nein, ich besuche sie gerne immer wieder, aber es ist auch nur ein sagen wir „sehr schöner Moment“ und obwohl sie eine hervorragende Schauspielerin ist, bleibt mir dabei bewusst, dass sie mich vielleicht mehr mag als andere Freier, aber ich für sie doch letztendlich nur ein Kunde bin.

Dr. Meyer: Es gibt ja noch weitere Möglichkeiten, wenn sie sich erstmal entschlossen haben Kontakte zu anderen Frauen zu suchen.

Herr Tonc: Schon, das klassische Rendevouz ist aber schwierig, da man neben Beruf und Familie sich nicht einfach, ohne den Partner zu belügen, verabreden kann.

Dr. Meyer: Partnerbörsen?

Herr Tonc: Da schwirren überwiegend nur Singelfrauen rum, die vielleicht noch ok finden, wenn man sich als gebunden outet, aber spätestens bei Kindern einen Rückzieher machen.

Dr. Meyer: Ich vermute, die die da offener orientiert sind, brauchen solche Börsen nicht.

Herr Tonc: Das ist auch meine Vermutung, obwohl das Online-Dating doch einiges entkrampft hat und allgemein populärer geworden ist.

Dr. Meyer: Aber nur scheinbar?

Herr Tonc: Leider. Bei näherem Kontakt wird meist schnell deutlich, dass die meisten Frauen immer noch die klassische Beziehung suchen. Haben Sie noch eine andere Idee?

Dr. Meyer: Erst einmal nein, aber lassen sie mich darüber nachdenken und nehmen sie einen Rat vielleicht gleich mit: Das Leben ist zu kurz um das persönliche Glück nicht immer weiter zu suchen.

Herr Tonc: Danke.

Abgang.

CHAT

Herr Tonc: Hallo!

Stephie: Da musst Du schon ein bisschen mehr sagen.

Herr Tonc: Was zum Beispiel?

Stephie: Du schreibst doch im Profil, Du bist ein Dichter.

Herr Tonc: Ja.

Stephie: Kostprobe bitte.

HerrTonc schreibt ein Gedicht.

Stephie: Respekt.

Herr Tonc: Hat es Dir gefallen?

Stephie: Ja.

Herr Tonc: Da musst Du schon ein bisschen mehr sagen.

Stephie: Mehr.

Herr Tonc: Wie wäre es mit einem Kuss-Bild?

Stephie: Ich weiß noch so wenig über Dich.

Herr Tonc: Gefällt Dir denn mein Bild?

Stephie: Schon.

Herr Tonc: Wir könnten uns auch treffen.

Stephie: Ist mir noch zu früh.

Herr Tonc: Dann vielleicht uns direkter austauschen, über Mail oder WhatsApp?

Stephie: schreibt ihre Handynummer

Herr Tonc dachte darüber nach.

So, oder so ähnlich lief es oft.

Aber er bekam sie sicher öfter als andere, denn sein Bild war attraktiv. Nicht wenige Singelfrauen sprachen darauf an.

Nicht selten waren sie auch bereit, wenn nicht ohnehin schon in ihren Profilen, Bilder über Mail oder SMS zu schicken.

Die ganz Spontanen waren dann sogar schnell zu Treffen bereit.

Aber, das Problem blieb, dass funktioniert fast nur, wenn in seinem Profil SINGEL stand!

Sobald dort gebunden, verheiratet o.ä. vermerkt war oder noch „schlimmer“, mit Kindern, nützt die äußerliche Attraktivität offenbar nichts mehr.

Ausnahmen gab es, aber wenige.

Manchmal war der Austausch so intensiv, dass er es wagte zuzugeben, dass er eigentlich gebunden war und erstmal nur eine Affäre suchte, aus der aber mehr werden konnte.

Dann brachen sie die Kommunikation entweder ab oder sie lavierten herum, was letztendlich auf das Gleiche hinauslief.

Es gabt auch welche die es aus sich selbst heraus vermuteten, das mit ihm nicht alles so stimmt, bzw. er ihnen etwas verschwieg, dann war es meistens auch schnell vorbei mit den Nettigkeiten.

In einem Fall war der Austausch wirklich sehr schön und die Frau, selbst geschieden und mit Kindern, sie hatte wirklich von ihm geschwärmt: Du bist so süß…

Doch als er ihr dann gestand, dass er noch in einer Beziehung sei und auch Kinder hatte, galt das alles schnell nicht mehr, sie wollte sich nicht mal zum Kaffee treffen.

Ehrlichkeit schrieben sich fast alle auf die Fahne, aber eben jene, war aus seiner Sicht nicht immer angebracht.

Denn meistens stellte sich heraus, dass die Wahrheit der Tod der Fantasie war.

Offenbar hofften alle eben doch auf den absolut freien, vielleicht sogar noch jungfräulichen Märchenprinzen.

Das die Gebundenheit und Treue, die er viele Jahre bewiesen hatte eher eine Auszeichnung war, gegenüber den aktuell freien Single-Männern, die ja oft gescheiterte Beziehungen vorzuweisen hatten (warum wohl) oder sogar im Alter von 40+ noch keine richtige Beziehung je hatten. Eigentlich seltsam, fand er.

Vielleicht weil sich in den Singel-Börsen überwiegend Frauen, die auch wenn sie sich manchmal einen anderen äußeren Schein gaben, im Grunde eben noch überwiegend scheu und in der Liebe naiv waren.

Die Börsen unterschieden sich dabei natürlich.

In internationale Singeltreffs fand man teilweise auch Kategorien wie Open realationship.

Was auch immer das für die Einzelne heißen mochte. Es klang vielversprechend, nur hatte sich diese Beziehungsart noch nicht in seiner näheren Umgebung durchgesetzt.

Suchte man weltweit, gab es schon sehr interessante Gespräche, doch gute Englischkenntnisse waren wichtig.

Hier stieß Herr Tonc leider immer wieder an seine Grenzen.

Einige Versuche mit Übersetzungsprogrammen, führten zu seltsamen, teilweise urkomischen Dialogen.

Neben den vielen Abzockebörsen, waren brauchbar, mit fast nur echten Profilen, eh nur wenige.

Wirklich kostenlos und gut Hierzulande sogar nur eine einzige.

MEDUSA.

So blieb das in der Konsequenz doch auch meist unbefriedigend.

SEX

Schon die Vorfreude war immer etwas Besonderes.

Denn es war sicher, dass die Stunde mit Susi grandios werden würde.

Es gab äußerlich sensationellere Huren in der Stadt, immer frische auch jede Woche und auch exotische Mädchen.

Der Reiz eine Neue auszuprobieren war hier stets hoch und meistens war er auch nicht enttäuscht.

Doch Susi hatte das gewisse Etwas. Sie war entweder nymphomanisch veranlagt oder eine grandiose Schauspielerin.

Sobald er in ihrem Zimmer war, die Atmosphäre der Rotlichetablissements konnte ihn ansich schon sehr erregen, verschmolz ihr Körper mit dem seinen.

Dabei lief ihr Programm immer gleich, aber im höchsten Maße erotisch ab.

Sie strippte langsam vor dem großen Spiegel und lies ihn dabei bereits ihren sehr sexy Körper erforschen.

Sie war nackt überaus sexy. Da fehlte es ihr an nichts.

Was ihr an Jugend verloren gegangen war, konnte man lediglich in ihrem Gesicht ablesen.

Doch ihre Erfahrung darin, was Männern gefiel, war grandios. Vor allem wie sie das umsetzte.

Sie ließ sich in allem Zeit, verwöhnte ihn jedes mal mit viel Empathie und eigner Wollust.

Herr Tonc fragte sich gelegentlich, da er auch andere Huren erlebt hatte, die gut waren,

ob nicht eigentlich jede Frau durch diese Schule gehen sollte.

Denn wenn die Ehefrauen ihre Männer so verwöhnen könnten, würde wohl kein Mann mehr fremd gehen.

Seine eigene Frau war hier keineswegs untalentiert, doch überschritt sie bestimmte Grenzen eben nicht, die gerade für Herrn Tonc und er glaubte bestimmt, für die meisten Männer, das Tor zu größerer Lust waren und eben auch zur Folge hätte, dass die Frauen diese selbst erfahren würden.

Die Frauen der heutigen Zeit lernten dies nicht mehr von ihren Müttern (vielleicht hatten diese es aber auch nie gewusst). Ebenso wie das Kochen, das Haushalten, das Nähen usw.

Zwar hatten sie auch sexuell mehr Freiheiten, wie eben auch in anderen Bereichen, aber sie nützten diese vielleicht nur mal in Ansätzen während kurzer wilder Phasen ihrer Jugend.

Sie waren emanzipiert bis zur Selbskasteiung und merkten nicht was sie sich selbst dabei vorenthielten.

Die Angst im Job und im Leben ansich vom männlichen Geschlecht nicht Ernst genommen oder dominiert zu werden hielt sie so fest im Griff, dass sie keine entspannte erotische Kommunikation, ob mit Worten, Blicken oder Gesten zulassen konnten, ohne zumindest unterbewusst Sexismus zu unterstellen.

Aber was ist so schlecht daran anziehend auf die Männer zu wirken, sich verwöhnen und umgarnen zu lassen. Sich einfach hinzugeben. Im unbewussten Innersten wollen sie das alle, aber dies und das vor allem vor den eigenen Geschlechtsgenossinnen zuzugeben, war ihnen kaum möglich.

Sagte nicht der Erfolg des Buches Shades of Grey alles darüber.

Herr Tonc bedauerte die modernen Frauen aufrichtig.

Wahrscheinlich würden sie wieder noch Generationen benötigen, um zu einer sexuellen Lockerheit zu finden, die nur mal kurz in den 60er Jahren ihre wunderbaren Möglichkeiten andeutete.

Das würde leider lange nach seiner Zeit sein.

Ausnahmen gab es zum Glück!

Susi war eine ganz große Ausnahme.

Mit ihr lebte diese gelassene, wundervolle und befriedigende Nähe, die Mann und Frau eigentlich immer miteinander erleben könnten, immer für eine Stunde.

Jedenfalls an den besonderen Tagen, wenn sie in der Stadt war.

Aber leider kam sie nur alle drei Monate.

BEZIEHUNG

Natürlich hatte Herr Tonc ein schlechtes Gewissen.

Aber er fragte sich zunehmend, ob das nicht mehr durch die Gesellschaft verursacht war, als durch sein eigenes Unrechtsbewusstsein.

Er war nämlich der Meinung, seine Ehe und die intakte Familie, im Grunde durch sein Fremdgehen und die Suche nach einer diskreten Affäre, von der seine Familie nichts zu erfahren brauchte, zu schützen.

Ein Verzicht darauf, seinen Sehnsüchten nachzugeben, hätte viel eher zur Folge, dass er früher oder später vielleicht die Scheidung wollte oder diese im Streit die Konsequenz war.

Solange er sich diese Wünsche unbemerkt erfüllte, würde alles bleiben wie es war. Würde es vielleicht sogar besser sein, da er ausgeglichen blieb.

Der Gedanke, seine Frau offen vorzuschlagen, eine Open relationship zu führen, kam ihm häufiger.

Zumal er seit einiger Zeit auch die Überlegung hatte, ob ihre sexuelle Zurückhaltung, vielleicht auch darauf beruhte, dass sie ihn nicht mehr ausreichend attraktiv fand (was er sich andererseits objektiv, aber auch in seiner Eitelkeit, kaum vorstellen konnte), oder ob es sogar einen anderen Mann in ihrem Leben gab, mit dem sie ihn bereits betrog. Ob tatsächlich oder nur gedanklich.

Es erstaunte ihn dabei, dass ihm diese Möglichkeit, zumindest solange er darüber keine Gewissheit hatte, scheinbar wenig ausmachte.

Er ertappte sich, im Gegenteil, sogar damit, diese Möglichkeit zu begrüßen. Würde es seine eigenen Bedürfnisse doch im Nachhinein und auf Weiteres legitimieren.

Es wäre eine Art Freibrief.

Doch zugleich fürchtete er sich auch vor den Konsequenzen für das Familiengefüge, im Besondern für seine Wahrnehmung bei den Kindern.

Andererseits würde er mit ihr dann plötzlich wieder eine Schwester im Geiste gewinnen, was den Gedanken zusätzlich, beinah attraktiv machte.

Aber er scheute diese Offenheit noch.

TWITT

Es war Twitteratur.

Zum Glück konnte Herr Tonc seine Gefühle schriftlich gut ausdrücken.

Das war auch etwas, was ihn zu einem guten Liebhaber machte. Er war zärtlich, einfühlsam, freundlich und konnte die Frauen zum Lachen bringen.

Außerdem war er ein Dichter. Er schrieb Gedichte seit seiner Kindheit und seit Jahren auch im Internet.

Diese Poetry hatte, das wusste er, Niveau.

Er konnte die Dinge auf den Punkt bringen und die Worte klingen lassen.

Das kam bei den meisten Frauen gut an.

Auch im Netz hatte er daher inzwischen eine kleine Fangemeinde.

Das gefiel ihm sicher aber wirklicher literarischer Ruhm war damit natürlich nicht zu erlangen.

Lange zurück liegende Versuche seine Werke Verlagen anzudienen waren erfolglos geblieben, offenbar war er nicht talentiert genug oder nicht hartnäckig genug gewesen.

Seine längeren Werke waren auch häufig zu sprunghaft zu zerfahren, das war ihm absolut bewusst.

Er konnte keinen großen Roman schreiben, da er sich dabei in tausend Ideen verwickelte.

Das würden ihn wohl ohnehin ins Nirwana der Lesergunst jagen.

Die Vielzahl der unfertigen Manuskripte in seinen Schubladen zeugten davon.

Hier konnte er sich selbst längst nichts mehr vor machen.

Aber gut war er schon immer und nach wie vor darin, in wenigen Reimen, eine Sache so zu skizzieren, das beinah jeder verstand, was er sagen wollte.

Das war ein Schatz für den er vielleicht eines Tages wirklich berühmt werden würde.

Wenn sie in seinem Nachlass die Dateien fanden, die aus seiner Feder stammten.

Doch nun war das Netz jedoch ein Forum, in welchem man schon früher Teil der Welt wurde.

Besonders kam ihm hier die Spontanlyrik auf Twitter oder in seinem eigenen Blog entgegen.

Dieses Medium war geradezu ideal geschaffen für seine literarische Passion.

Sogar in seinem sehr rudimentären Schul-Englisch, war er dort in der Lage, weltweit Follower zu begeistern.

Diese Form der Befriedigung hatte ihren eigenen, ganz besonderen Wert.

Doch sein Problem war, dessen war er sich ganz deutlich bewusst, dass er ein so vieldimensionaler Mensch war.

Er brauchte immer neue Inspiration, in der Literatur wie auch in der Liebe.

ZWISCHENGESPRÄCH

Herr Tonc: Guten Morgen Herr Dr. Meyer.

Dr. Meyer: Da sind Sie ja wieder.

Herr Tonc: Ich musste Sie noch einmal aufsuchen.

Dr. Meyer: Das freut mich, ich bin gespannt zu hören, ob Sie Erfolg hatten.

Herr Tonc: Wie man es nimmt.

Dr. Meyer: Wie meinen Sie das?

Herr Tonc betrübt: Ich habe zumindes einige Erkenntnisse gewonnen. Doch die wahre Leidenschaft noch immer nicht gefunden.

Dr. Meyer: Nun, was führt Sie dann heute zu mir?

Herr Tonc: Die Erkenntnis, dass Sie mir vielleicht doch mehr helfen können, als Sie denken.

Dr. Meyer hebt die Augenbrauen: Gut das will ich versuchen, aber woran denken Sie?

Herr Tonc: Ich würde gerne wissen, ob meine Sehnsucht nicht vielleicht eine Art Sucht ist, von der Sie mich heilen könnten?

Dr. Meyer: Sie glauben Sie sind sexsüchtig?

Herr Tonc nickt.

Dr. Meyer: Also ist Ihr Befürfnis älter, als Sie mir zuletzt erzählen wollten.

Herr Tonc: Es ist ja auch nicht einfach darüber zu sprechen.

Dr. Meyer: Gewiss. Sie betreiben also schon lange und oft Selbstbefriedigung?

Herr Tonc: Sehr oft.

Dr. Meyer: Auch während Ihrer Beziehungen zu Frauen.

Herr Tonc: Ja

Dr. Meyer: Das ist normal, da kann ich Sie beruhigen.

Herr Tonc: Ich hatte es vermutet, doch war ich mir nicht sicher. Ich muss jedem Rock hinterher schauen, habe aber den Eindruck, da haben andere Männer mehr Selbstdisziplin.

Dr. Meyer: Das ist sicher unterschiedlich. Aber eine attraktive Frau würde sicher keiner von der Bettkannte stoßen und sich Sex mit dieser heimlich vorzustellen ist auch normal.

Herr Tonc: Auch wenn man eigentlich glücklich verheirratet ist?

Dr. Meyer: Ja

Herr Tonc: Pornos haben eine ähnliche Wirkung auf mich. Das fing mit Jugendzeitschriften an und hält sich bis heute, wo die Vielfallt und leichte Erreichbarkeit im Internet sein übriges tut.

Dr. Meyer: Das ist sicher ein Problem und verändert die Gesellschaft gewiss. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie hier nicht zu sehr enthemmt wird.

Herr Tonc nickt: Ich fürchte dies einerseits, da ich es bei mir selbst erlebe, andereseits begrüße ich grundsätzlich den offeneren Umgang damit, ebenso wie die Legalisierung der Huren in Deutschland. Weil ich darauf hoffe, dass es die Beziehung zwischen den Geschlechtern auf lange Sicht entkrampft.

Dr. Meyer: Oder auch nicht. Die Ängste die damit verbunden sind, dürfen Sie nicht unterschätzen.

Außerdem ist es immer noch ein schmutziges Geschäft.

Herr Tonc: Ja, das stimmt. Daher bin ich eben auch zerrissen und werde mein schlechtes Gewissen nie ganz los. Doch die Sucht siegt immer.

Dr. Meyer blickt im intensiev in die Augen: Sie haben also auch Gewaltfantasien?

Herr Tonc weicht dem Blcik aus: Durchaus, aber es gibt Grenzen und bisher habe ich soetwas noch nie praktiziert. Doch es reizt mich das zu tun.

Dr. Meyer: Auch das ist bis zu einem gewissen Grad normal. Es gibt auch Frauen, die das mögen.

Herr Tonc: Angeblich. Vielleicht ist es etwas, was in vielen von ihnen schlummert. Ich bin mir aber bewusst, dass die Pornographie nur geschauspielert ist und dass es in Echt nur mit gegenseitiger Achtung und Vertrauen möglich wäre.

Dr. Meyer: Sie möchten es herausfinden?

Herr Tonc: Ich fürchte ich muss.

Dr. Meyer: Bitte berichten Sie mir dann wieder.

Herr Tonc: Gerne

Abgang.

WORK

Schöne Frauen konnten ihm überall begegnen, ein besonders Fenster auf sie bot sich Herrn Tonc natürlich auf der täglichen Arbeit.

Nicht so sehr die Kolleginnen, die eher dem klassischem Klischee seines Berufstandes, den wir hier nicht näher beschreiben müssen um niemanden zu brüskieren, entsprachen, als viel mehr die Kundinnen, beflügelten oft seine Fantasie.

In seinem Geschäft kam es hin und wieder auch schon mal zu Auseinandersetzungen mit attraktiven Kundinnen, was ihn in seiner Vorstellungskraft gerne beflügelte.

Aber es reichte oft schon ein nettes Lächeln oder im Sommer ein sehr freizügiges Äußeres der Kundinnen, um Sehnsüchte zu wecken.

Leider hatte sich daraus jedoch zu seinem Leitwesen, noch nicht viel konkretes ergeben.

Schuld daran war, da war sich Herr Luc sicher, der Ring.

Die damit verbundenen Konventionen im Kopf der Probantinnen, verhinderte, dass sie sich eine größere Annäherung gestatteten.

Die Gesellschaft war gefangen in ihren Regeln.

Zumindest betraf das jene Frauen, die beruflich seinen Weg kreuzten.

Es war zum Verzweifeln.

Eine unrühmliche Rolle spielte auch hier die Emanzipation.

Herr Tonc war sich sicher, dass Sie die Frauen in viellerlei Hinsicht, nicht wirklich befreit hatte, sondern wie sich in der modernen Gesellschaft mehr und mehr zeigte, noch viel stärker in den Konventionen band.

Junge Frauen waren deswegen nicht mehr in der Lage, sich einfach mal wie ein Flitchen zu benehmen.

Die Angst im Ansehen anderer Frauen dadurch zu sinken war größer denn je.

Obwohl die Sehnsuch es zu tun, auch da war Herr Tonc sich sicher, ebenfalls groß war.

Was man manchmal im Fasnacht feststellen durfte.

Vielleicht würde dieser Knoten aber doch irgendwann platzen und das würde zur echten Emanzipation beider Geschlechter führen.

Wenn Mann und Frau erkannten, dass sie die gegenseitigen Sehnsüchte akzeptieren und auch sanktionsfrei ausleben durften.

Doch bis dahin, sollte es ein Traum bleiben.

CHAT

Babsi: Hi, was machst Du so?

Herr Tonc: Sage es Dir gleich, ich bin kein Singel.

Babsi schweigt.

Lena: Warum hast Du kein Bild im Profil?

Herr Tonc: Bin zu bekannt in meiner Stadt.

Lena: Was machst Du denn beruflich.

Herr Tonc: Wenn ich Dir das verrate, könnte ich gleich ein Bild einstellen.

Lena: Aber Du siehst mich doch auch.

Herr Tonc: Stimmt und das was ich sehe gefällt mir.

Wenn Du mir Deine Handynummer gibst könnten wir chatten und Du siehst ein Bild.

Lena schweigt.

Alles immer gespickt mit vielen Emoticons.

Manchmal war es auch andersherum.

Die Frauen die Herr Tonc kennenlernte, waren nun sagen wir, immerhin einigermaßen hübsch.

Wenn es Schönheiten auf den Portalen gab, waren sie fast ausnahmslos Fakes, die ihn auf andere Portale locken wollten, wo man viel Geld bezahlen musste.

Das war aber immer ziemlich durchschaubar.

Manche wollten auch auf Skype kommunizieren, meistens Ausländerinnen, offensichtlich auch mit dem Interesse irgendwann um Geld zu bitten oder sie suchten einen Ehemann aus dem Westen (die Probantinnen waren Osteuropäerinnen oder Afrikanerinnen) die sie ehelichten.

Sie wollten sich für ein besseres Leben verkaufen.

Dagegen war Herr Tonc durch seinen Menschenverstand und natürlich, weil er sich nicht wirklich in einem sexuellen Notstand befand, gefeit.

Ähnlich war es in den SocialMedia Portalen.

Dies war eine andere offenbar beliebte Möglichkeit, in speziellen Gruppen Singels oder sogar Partner mit speziellen sexuellen Vorlieben kennenzulernen.

Aber auch hier tumelten sich, nach Herrn Toncs Erfahrung, fast ausschließlich hoffnungslose Männer oder Fake-Frauen.

Von reinen Seitensprung-Portalen, die neuerdings sogar im Fernsehen werben durften, aber reine Abzocke darstellten, ganz zu schweigen.

Das war schade, aber das Netz war schließlich, soviel wusste Herr Tonc bestimmt, ein großes Molloch!

Auch wenn es durch diese Gewissheit nichts an seinem Reiz verlor.

Das wesentliche Element war eben die eigene Fantasie.

CHAT

Ganz langsam und noch verlockender als sonst spürte Herr Tonc ihre Hände auf seinem Körper.

Sie kniete vor ihm, nackt und mit geöffnetem Mund, der sich nun verlangend um seine Eichel schloß.

Ihre Brüste ragten fest wie Melonen vor ihm auf und ihre Brustwarzen standen hart und verlockend zum Saugen bereit.

Ihre wunderschönen Beine und sehr sexy Füße, die er so gerne Zentimeter für Zentimeter verwöhnte, vervollkommneten diese Bild.

Herr Tonc stöhnte auf vor Wonne, die seinen Körper wie Lava durchströmte.

Doch hatte er inzwisch sehr gut gelernt seine Lust zu zügeln und einen Samenerguß, solange wie möglich hinauszuzögern.

Heute wollte er sie lange reiten und zum ersten Mal auch in ihren Anus eindringen. Das war das Vergnügen, welches er mit ihr noch nicht erlebt hatte.

Zudem hatten sie leichte Fesselspiele vereinbart, daher trug sie bereits die Hände in gepolsterten Handschellen auf dem Rücken.

Die Situation erregte ihn noch viel mehr als je zuvor und der Drang sie augenblicklich, in ihrer Hilflosigkeit zu nehmen war fast übermächtig.

Auch sie schien es sehr zu erregen, obwohl sie zunächst nicht hatte einwilligen wollen.

Dies bestätigte ihm seine Ansicht, dass viele Frauen ein geheimes Verlangen nach Unterwerfung unter den Mann hatten, insofern er sie sexuell erregte.

Er hatte, nicht lange zuvor eine ältere, erfahrene Nutte, zum ersten mal anal genommen und das Besondere dieser Stellung genossen. Doch mit Susi machte es weit mehr Spaß.

Vor seinen Augen führte sie sich einen silbernen Dildo ein um ihren Anus zu weiten, denn trotz seiner eher normalen Körpergröße, war sein Glied groß und sorgte unter den Nutten daher immer wieder für Verzückung.

Als er einmal, eine der wenigen deutschen Huren hatte, sie war noch jung und sehr reizvoll tätowiert und mit Intimpiercing, hatte sie zunächst eher gelangweilt gewirkt und außerdem Küssen und bestimmte andere intime Dinge ausgeschlossen.

Doch als er sie mit seinem kleinen Freund nahm, schien es ihr wie ein Offenbarung und ihr Gerede von ihrem Mann, der sie aber immerhin auf den Strich geschickt hatte, verstummte in der in ihr unverhofft explodierenden Lust. Ihr Maker war offenbar nicht so gut bestückt.

So erging es jetzt auch Susi. Sie wurde überwältigt von einem Gefühl, mit dem sie nicht gerechnet hatte.

Als er endlich in sie eindrang lag sie in Hand- und Fußschellen gefesselt und mit einem Beisring im Mund, genau so vor ihm, wie er es sich lange erträumt hatte.

Seine Erregung war nicht mehr zu zähmen und so nahm er sie wild und spürte dabei zum ersten Mal, dass auch sie kam.

Der Abend veränderte ihre Beziehung.

Susi verriet ihm vor Lust schreiend ihren wahren Nahmen und bettelte um mehr.

So wurde er vom Kunde zu ihrem Liebhaber.

CAFÉGESPRÄCH

Herr Tonc: Das wir uns hier zufällig treffen.

Dr. Meyer: Ja, das ist wirklich Zufall, ich hatte gerade heute an Sie gedacht.

Herr Tonc: Inwiefern?

Dr. Meyer: Ich schreibe an einem neuen Buch über menschliche Beziehungen und da haben Sie mich zuletzt sehr inspiriert.

Herr Tonc: Das freut mich. Haben Sie Zeit und trinken mit mir einen Kaffee?

Dr. Meyer: Sehr gerne.

Man sucht sich gemeinsam einen Platz im Café Persephone.

Die junge attraktive Kellerin, quasi eine personifizierung des Namens, zieht beider Blicke an.

Herr Tonc lacht: Sie sind auch nicht gefeit dagegen.

Dr. Meyer: Woher, ich bin auch nur ein Mann.

Herr Tonc: Also würde es sie auch reizen diese Frau zu besitzen.

Dr. Meyer hüstelt: Nun, sie ist zwanzig jahre jünger wie ich.

Herr Tonc: Da gibt es genug Beispiele von Affairen junger Frauen mit älteren Herren.

Dr. Meyer: Schon, aber ich habe den starken Verdacht, das diese Herren meistens reich und oder berühmt sind.

Herr Tonc: Also kommt es bei den Frauen doch aufs Geld an.

Dr. Meyer: Natürlich, das ist wissenschaftlich belegt. Die Weibchen treffen die Wahl welche Männchen sie begaten dürfen, wenn sie die Wahl haben. Eben dann wählen sie immer die mit höherem sozialen Status, um diesen auch für ihren Nachwuchs zu sichern. Das ist und war auch im Tierreich so.

Herr Tonc lässt den Blick durch das Café schweifen: Daher sieht man immer wieder junge, attraktive Frauen, die im Arm einen hässlichen Glatzkopf haben.

Dr. Meyer: Die meisten Menschen erleben ohnehin nicht die große Liebe oder warten es nicht ab. Sie entscheiden sich für das  in Anführungszeichen, geringste Übel. Da ist Geld und Status heilsam.

Herr Tonc: Besonders beim schwachen Geschlecht. Das meine ich nicht wertend und auch nicht emotional, da halte ich die Frauen für stärker als uns Männer, sonder gesellschaftlich.

Dr. Meyer nickt und zwinkert mit einem Auge: Ich bin auch nicht ganz sicher, ob meine Frau nicht auch so entschieden hat.

Herr Tonc lacht.

Unterdessen nimmt die Kellerin ihre Bestellung auf und geht wieder.

Herr Tonc lächelt sie an und flüstert dann nachdem sie außer Hörweite ist: Sie ist wirklich ein Männertraum, aber offenbar hat sie sich für den falschen Mann enschieden, sonst müsste sie nicht hier kellnern.

Dr. Meyer: Oder sie ist eine Freiheitskämpferin.

Herr Tonc zieht die Augenbrauen hoch: Was stört sie an dem Wort Emanze?

Dr. Meyer: Es ist missverständlich.

Herr Tonc: Ich glaube ich weiß wie Sie das meinen. Diese jungen Frauen sind eigentlich nicht emanzipiert, weil sie nicht frei mit Sexualität umgehen, sie sind teilweise verklemmter als ihre Vorfahrinnen, weil sie immer argwöhnen die Männer wollten nur Böses von ihnen. Damit versauern sie sich selbst das Leben und geben den Männern die Schuld dafür.

Dr. Meyer: So in etwa, obwohl sie natürlich nie ganz unrecht haben, was sie Absichten der Männer angeht.

Herr Tonc: Ich glaube nicht, dass sie so eine ist.

Dr. Meyer: Bitte versuchen Sie es und berichten Sie mir unbedingt. Ich habe jetzt leider einen dringenden Termin.

Abgang Dr. Meyer

Beim zweiten Kaffee wagt Herr Tonc dann die Ansprache. Er war versessen darauf, auszuprobieren ob sein Charm bei der persönlichen Begegnung noch funktionierte. Den Ehering hatte er elegant wie Bilbo, in die Tasche gleiten lassen, so dass nicht er, aber seine Ehe unsichtbar blieb.

Sie kam aus Tschechien. Tanja war wirklich bildhübsch und die Möglichkeit einen gutsituierten deutschen Ehemann und damit Bleiberecht und Sicherheit zu gewinnen, tat sein übriges.

Herr Toncs Vermutung hatte sich vollstens bestätigt.

Der Status war, mindestens in anderen Kulturkreisen ohnehin der entscheidende Faktor. Für Ostblockmädchen oder Afrikanerinnen war es zudem offenbar noch normal viel ältere Männer zu heiraten.

Es war also leicht sie ins Bett zu bekommen, allerdings war sie unerfahren und konservativ.

Was dem Vergnügen aber keinen Abbruch tat.

Die meisten Huren stammten ja ebenfalls aus dem Osten und lernten schnell dazu.

Susi war das beste Beispiel.

Nur, Herr Tonc hatte ein schlechtes Gewissen, denn er wollte und konnte ihren Wunsch nach Heirat nicht erfüllen.

Nur als Geliebte konnte er sie nicht halten und eigentlich war sein Anspruch auch ein anderer.

Er wollte eine Freiheitskämpferin im Bett.

CHAT

Natti: Sex wird überbewertet, besonders von Männern.

Herr Tonc: Vielleicht, kann man durchaus so sehen.

Natti: Warum tust Du es dann auch?

Herr Tonc: Sagen wir, ich bin mir dessen immerhin bewußt. Besonders wenn ich schlechten Sex hatte und mich danach frage, was soll das Ganze!

Natti: Und?

Herr Tonc: Dieser Frust hält nie lange an, denn der nächste Sex könnte ja wieder viel besser sein und vor allem, schöne Frauen gibt es wie Sand am mehr, also gibt es täglich neue Reize udn Fantasien.

Natti: Hm, also kannst Du nicht treu bleiben?

Herr Tonc: War tatsächlich lange treu, aber im Gedanken ist es schwer, dass immer zu bleiben, während die Partnerin altert. Das klingt hart, das bedeutet aber nicht, das ich allem was meine Patnerschaft bietet untreu bin und ich gestehe dies ja auch ihr zu.

Natti: Aber darum hast Du mir erstmal verschwiegen dass Du verheiratet bist?

Herr Tonc: Ich habe Dir früh schon gesagt, es gibt da eine Beziehung.

denkt:Kinder habe ich verschwiegen, weil das immer das Killerargument ist.

Natti: Ok, ich habe nichts gegen Affairen und ONS, aber dieses Leben habe ich lange geführt.

Jetzt, denke ich, suche ich endlich etwas anderes.

Herr Tonc: Also geht es Euch Frauen auch so?

Natti: Was meinst Du?

Herr Tonc: Dieser Reiz.

Natti: Ich glaube jeder Mensch ist da anders, ich hasse diese Verallgemeinerungen die Du immer bringst. Sagt viel über Dein Frauenbild.

Herr Tonc: Ok, aber da wir uns noch nicht wirklich kennen, kann ich doch nur verallgemeinern und m.E.

Ich will Dich einfach auch ein bischen damit aus der Reserve locken.

Natti: Schon klar, aber es nervt trotzdem.

Herr Tonc: Also willst Du nicht mehr mit mir chatten?

Natti: Nur, wenn wir eine andere Ebene finden.

Lange Pause.

CHAT

Was genau Herr Tonc sich von einem Abenteuer erwartete, war ihm selbst nicht ganz klar.

Im besten Fall war es ein erotisches Kribeln von Anfang an.

Er hatte sich darum dazu entschlossen in MEDUSA und den anderen Singelportalen die nackte Wahrheit zu sagen und abzuwarten.

Schließlich gab es auch dort Damen, die behaupteten in offenen Beziehungen zu sein und ebenso welche die bei dem was sie suchten offen Casual Sex angaben.

Vielleicht hatte er bisher nur nicht genug Geduld gehabt?

Ein einziges Mal gab es einen Kontak zu einer verheirateten Frau, Marlene, die Interesse zeigte.

Dann jedoch in Urlaub fuhr und sich danach nicht mehr meldete.

Ich bin die nächste Woche in Urlaub, war im Übrigen ein beliebte Ausrede, wenn man eigentlich nicht mehr reden wollte. Danach war dann alles anders, das hatte er mehrmals erlebt.

Eine Besonder Geschichte war aber die mit Sandy, sie stand offen auf Swingerclubs und war auch sehr symphatisch. Wollte aber, trotz E-mail Kontak unbedingt nur in einem für diese Szene typischen Bezahlportal chatten. Sehr schade.

Mehrfach war Herr Luc nah an einem echten Date, doch Monja, Kelli und Zara machten noch am selben Tag Rückzieher.

Die Frauen in den Singelbörsen strotzten leider nicht gerade vor Selbstvertrauen.

Einmal, nach wochenlangem Chat mit Michell, die süß war und zum Teil auch den gleichen Humor hatte, gab es ein Treffen an Fasnacht. Verkleidet also!

Sie hatte sich so gut geschminkt, das Herr Luc sie nicht erkannt hätte, wäre sie nicht doch auf ihn zugetreten.

Es gab ein kurzes Geturtel mit Küssen, doch was dem gebürtigen Rheinländer als normal erschien, war der Badnerin offenbar zu schnell.

Sie verließ schon nach einer Stunde fluchtartig die Disco, na jedenfalls fast.

Danach behauptete sie er sei nicht ihr Typ.

Es ging noch eine Weile, aber sie wurde immer empfimdlicher bei seinen oft scherzhaften Chats.

Auch hatte sie noch einen halbwüchsigen Sohn und eine solche Situation war für jeden Bewerber gefährlich.

Denn die Mütter suchten immer auch zugleich einen Vater für das Kücken eines Anderen und oft waren sie wegen dieser gescheiterten Beziehung auf Männer grundsätzlich schlecht zu sprechen.

Nur eine Beinah-Beziehung wurde es auch mit Amelie, die zwar bereit war einer anderen den Mann auszuspannen, nicht aber den Kindern den Vater zu nehmen.

Wieder ein Beweis dafür, das Frauen sich untereinander oft wenig gönnen, aber wenn der Mutterinstinkt einsetzte, war oft nichts mehr zu machen.

Sie hatte auch bereits selbst ein Kind und hing noch irgendwie an ihrem Typ. Der einfach fort gezogen war und die Beziehung beendet hatte.

Man erfuhr schon manchesmal ganze Lebens- und Leidensgeschichten, allein darum war das Flirten interessant.

Wobei sich immer wieder gleiche Schemata auftaten.

Die Frauen verliebten sich zu schnell und ließen sich daher zu früh schwängern.

Dann blieben sie nachdem die Beziehung oft schnell scheiterte, wenn sie sich im Alltag bewähren sollte, mit den Kindern sitzen.

Die ungewollten Kinder wurden dann ersatzeshalber doch abgöttisch geliebt. Nur trugen sie dummerweise den Samen eines Arschlochesin sich.

In der Hinsicht verhielten sich viele Frauen einfach selten dämlich!

Was sie an genauer Prüfung beim ersten Mann verpasst hatten, mussten dann alle späteren Kandidaten ausbaden.

Vorsicht wurde, zu spät, die Mutter der Porzelankiste.

Da war es nicht schwer Scherben zu zerschlagen.

TREFFEN 1

Treffpunkte gab es zu genüge.

Herr Tonc bevorzugte erste Treffen so zu arrangieren, das man sich später darüber einigen konnte, man sei sich hier zufällig begegnet.

Zum Beispiel Konzerte oder Literatur.

Das Treffen mit Daggi würde zum Beispiel so eines sein.

Nachdem sie in Herrn Toncs Stadt umgezogen war, hatte sie sich zu seiner Überraschung wieder gemeldet.

Offenbar war sein Frauenbild doch nicht so unattraktiv.

Wenn es mit ihr klappen würde, war es, wie sich herausstellte, ideal in vielerlei Hinsicht.

Sie war Professorin, also finanziell unabhängig, sie war gebildet, also eine gute Zuhörerin, sie war emanzipiert, also konnte man sich darauf verlassen, dass wenn sie die Entscheidung traf, eine Affaire zu wollen, dann würde sie alles geben.

Aber Herr Tonc war sich nicht sicher, ob der Funke wirklich überspringen würde.

Konnte er so einer Frau das Wasser reichen?

Er war gespannt darauf und hoffte, er würde cool und begehrenswert sein, wenn es darauf ankam.

Das beste war, sie hatte eine Wohnung mitten in der Stadt.

Die beste Vorraussetzung für ein geheimes Liebesbnest.

Die Fotos von ihr waren zwiespältig. Manche sehr attraktiv, andere naja…

Es gab eben auch bestimmte Dinge die Herr Tonc besonders ansprachen, andere hingegen waren fast ein nogo

Bei ihm waren es schöne Beine und Füße, gerne in Poems und lackierte Fußnägel.

Das empfand er meistens als absolut erotisch, wenn der Rest einigermaßen okay war, reichte das.

Kurzes Haar mochte er nicht so, wenige Frauen verstanden es sie vorteilhaft zu tragen. Aber es gab auch sehr positive Ausnahmen.

Leider hatte Daggi ihr Haar abgeschnitten und sich nach seiner Ansicht damit selbst viel genommen.

Die lange rote Mähne hatte sie zuvor viel jünger ausshen lassen.

Er wusste natürlich, dass gerade auch viele Frauen, ähnliche nogoshatten.

Im übrigen gab es auch das grundsätzliche Problem, dass Frauen schneller alterten. Also rein äußerlich.

So konnte Herr Tonc, trotz seiner achtundvierzig, aufgrund des vollen Haars und der sportlichen Figur noch gut als zehn Jahre jünger durchgehen, weswegen er sich das in seinen Online Profilen auch zugestand.

Auch manche Männer altern äußerlich schnell. Es gab ja zahlreiche Endzwanziger, die das Pech hatten schon Geheimratsecken zur Schau zu stellen.

Frauen hatten aber noch mehr das Problem mit der Haut. Ab Dreisig, ging es bergab.

Daher sahen viele Mittdreisigerinnen oft schon wie zehn Jahre älter aus.

Mit Kurzhaarschnitt war das leider auch bei Daggi so. Was aber nicht heißen musste, dass sie nicht trotzdem eine gute Liebhaberin war.

Immerhin und das war eine weitere gute Vorrausetzung, war sie eine Zeit Lang Kölnerin gewesen und liebte duese Stadt noch. Wenn sie über sich selbst und das Leben ansich lachen konnte, war viel gewonnen.

Vielleicht würde sich seine Suche ja endlich erfüllen.

TREFFEN 2

Champagner Wohr

Das erste Treffen mit Daggi war eine Wucht.

Er hatte sie warten lassen und so gleich einen kleinen Konflikt produziert.

Aber er wusste, dass sie auf ihn stand.

Nachdem ihr Chat abgebrochen war, hatte er die Füsse still gehalten und damit Erfolg.

Nach ihrem Umzug, kam schnell wieder der Text von ihr und dann das erste Date.

Das besondere an diesem Date, war nicht nur, dass sie ihm zum Abschied schon einen langen zärtlichen Zungenkuss gönnte.  Es war die innige Umarmung und die Wärme die er spürte.

Der Ausdruck dessen, dass sie nicht nur die wilde Verfechterin freier Liebe war. Wie sie ihm in drei Stunden ununterbrochener Unterhaltung an vielen Beispielen schilderte, sonder auch das kleine Mädchen, dass sich nach der Geborgenheit und Nähe eines lieben Mannes sehnte.

Doch danach trieb sie ihr Spiel mit ihm.

Sein Feuer, nach diesem Abend entfacht, brannte sehnsüchtig.

Doch sie hielt ihn zunächst an der langen Leine.

Eigentlich, wäre er frei gewesen, so glaubte er bestimmt, wäre sie schon an diesem Abend mit ihm ins Bett.

So wollte sie ihn aber zunächst prüfen und in seinen Augen doch nicht, als zu leicht zu haben da stehen.

Es war ein Tanz und er wusste, er durfte keinen falschen Schritt machen, der ihre Angst nähren würde,

dass sie Freiheit aufgeben müsste, um ihn zu lieben.

Das war wirklich schwer.

Zum einen, weil er, nun wo es ernst wurde, endlich eine Geliebte zu gewinnen, spürte, dass ihm die nötige Übung im duaerhaften Flirten doch fehlte.

Zum anderen weil er sie noch nicht genug kannte, um ihre Antworten und Gesten gut genug einschätzen zu können.

Er musste sehr vorsichtig vorgehen und Geduld bewahren, auch wenn er sich sehr danach sehnte sie noch mehr zu küssen und wenigstens einen ONS zu bekommen.

Zugleich aber war ihm schnell klar geworden, dass was ihm im Nachhinein an diesem Date am meisten gefallen hatte, war, dass sie ihm zugehört hatte, dass sie über die gleichen Dinge lachen konnte wie er und dass er das Bedürfnis hatte von ihr umarmt und festgehalten zu werden.

Das war es, viel ihm wie Scheuklappen von den Augen, was er seit Jahren von seiner Frau vermisst hatte.

Eine Frau die ihm zeigte, dass sie ihn brauchte und wollte.

TREFFEN 3

Leider war er vom zweiten Treffen enttäuscht.

Bei Hellem besehen sah Natti viel älter aus, ihr Charm, mit viel Alkohl in der Nacht, offenbar besonders aktiviert, war nur noch in Ansätzen zu spüren.

Außerdem wirkte sie auch selbst unterkühlt.

Er war verwirrt.

Fand Sie ihn in der Nachbetrachtung doch nicht mehr attraktiv?

War das verheirratet sein und Kinder haben nun doch ein Problem?

Sie wirkte zurückhaltend oder verunsichert.

Zur Begrüßung war es noch ein echter Kuß, zum Abschied nur noch die Wange.

Die Unterhaltung, hauptsächlich durch ihn im Gang gehalten, war nett aber jeder Berühung wich sie aus.

Während sie diese am Abend, drei Tage zuvor ständig gesucht hatte.

Herr Tonc fühlte sich danch reichlich Desillusioniert.

Auf seine Frage beim Abschied, wann man sich denn wieder sehe, kam zu schnell, der verräterische Satz:

Lass mich erst mal zurück kommen…

Darin steckt so viel was weh tat.

Ich komme vielleicht nie zu Dir zurück

Dann sehen wir erst ob es überhaupt weiter geht 

Dich wieder zu sehen ist mir nicht so wichtig

usw.

Obwohl sie aufgeschlossen war, während der Unterhaltung, für Fußball, Konzerte, Party usw.

Stellte sie doch alles mit diesem letzten Satz in Frage.

Herr Tonc wusste nicht, ob in den zwei Tagen wo sie sich nicht gesehn hatten etwas passiert war,

aber möglich schien es.

Sie war offenbar eine Frau, die sich nicht nur auf einen Mann einlassen wollte. Sie sprach von vielen Männerfreunden, mit denen sie angeblich dieses und jenes unternahm. Hatte, trotzdem sie erst eine Woche in der Stadt war, ständig Verabredungen und telefonierte auch mit einem davon während des Essens.

Vielleicht war sie ja mehrgleisig auf Männersuche und es gab einen in ihren Augen geeigneteren Kandidaten.

Es konnte auch sein, dass alles nur Ausdruck ihrer Unsicherheit war. Dass sie mehr Zeit brauchte. Dass sie sich eingeengt fühlte, bedrängt durch ihn.

Doch dies wiedersprach dem Bild, das sie selbst von sich zeichnete.

Das Männer verschlingende Supervamp, welches sich schon beim ersten Date von jedem Mann vöglen lässt.

Warum also ausgerechnet nicht von Herrn Tonc?

Betrübt und unsicher fuhr er nach dem Lunch zurück ins Büro.

Würde sie Schluß machen bevor alles begonnen hatte?

Er fürchtete es einerseits, andereerseits spürte er nach diesem Date nicht mehr das Prickeln und die besondere Anziehung, die an jenem Abend da gewesen war und die ihn durch die letzten Tage hatte schweben lassen.

Was ihn fast noch mehr betrübte.

Aber vielleicht empfand sie ja alles ganz anders, Frauen einzuschätzen war fast so schwierig, wie Ameisen zu zählen. Aber er war gespannt, ob es schon bald ein Signal geben würde.

Freundschaft wäre auch o.k., aber dass er bei ihr nicht auf der Liste der zu poppenden Männer kommen würde, wäre erst einmal schwer zu verdauen.

Doch vielleicht spielte sie ja noch ein Spiel, dass er nicht verstand.

Jedenfalls verspürte er das starke Bedürfnis am Nachmittag eine Nutte zu vögeln

um sich schadlos zu halten.

Was sollte er auch sonst tun.

NACHTREFFEN 1

Tatsächlich hatte Natti die Begegnung angeblich ganz anders wahrgenommen.

Es bestättigte sich also erneut, dass viele Frauen eben ganz anders tickten.

Sie hatte es, ihre Worte, sehr genossen. Was sie ihm gerade rechtzeitig mitteilte, bevor er beinah Schluß gemacht hätte.

Trotzdem blieb sie auf Distanz, seinen Wink mit dem Zaunpfahl, ihn endlich zu sich einzuladen, ignorierte sie weiter.

Es blieb Herrn Tonc unklar, warum, dieses Mädchen, dass offenbar keine moralischen Bedenken hatte, Männern mit denen sie befreundet war und auch die Ehefrauen gut kannte, ihre Wohnung als Stelldichein für einen oder mehrere ONS mit ihrer Geliebten zur Verfügung zu stellen, nicht wenigstens selbst auch einen Quickie mit ihm wollte.

Obwohl die stetige Lust, nach eigener Behauptung, beinah zu ihrer zweiten Natur gehörte.

Er hatte jedoch inzwischen den starken Verdacht, dass er eben nicht den üblichen Männern entsprach, die sie gefickt hatte.

Männer die stark, männlich, machohaft, nicht viel Worte machten, schon garnicht Gedichte wie Herr Tonc, sondern sie gleich auf der nächsten Tischplatte nahmen.

War er vielleicht zu zaghaft?

Entweder stand Daggi eben genau auf diese Männer und daher konnte sie nicht mit einem Softie wie ihm, oder sie hatte diesesmal vor, es anders anzufangen, sie wollte eine andere, vielleicht sogar eine ernsthafte Beziehung.

Zu beginn ihres Chats hatte sie diesen Wunsch durchaus geäußert.

Das wäre fatal, den in beiden Fällen würde es dann wohl kaum zum Sex kommen nur um des Vergnügens Willen.

Herr Tonc wusste einfach nicht, wie er ihr Verhalten interpretieren sollte.

Einer der sich die Frauen einfach nahm, musste er erst noch werden.

Er brauchte dafür eine Frau, wie Susi, die dass in die Hand nahm, die ihn langsam, devot und bereitwillig in diese Rolle einführte.

Auch wenn Daggi zunächst diesen Eindruck, auch vermittelt hatte, war sie aber offenbar doch nicht so initiativ, wie Herr Tonc erhofft hatte.

Und eine weitere ernste, sexuell schließlich doch wieder langweilige Beziehung brauchte er nicht, hatte er ja schon!

Wenn Daggi bei ihm also noch eine Chance haben wollte, musste sie sich hier wirklich bald in eine Lustrakete verwandeln.

Herr Tonc seufzte.

Denn zunächst ergriff sie die Flucht in den Kurz-Urlaub.

Auf dem Weg nach Wien schickte er ihr noch ein Poem.

Die nächste Woche, nach ihrer Rückkehr, würde zeigen, was diese Frau wirklich wollte.

Inzwischen und auch im Falle worst case, gab es genug andere Mütter mit  schönen Töchtern

Aber schade wäre es trotzdem.

NACHTREFFEN 2

Ruhe bewahren und in Ruhe analysieren.

Herr Tonc hatte nachgedacht.

Auf der Rückreise und aus Wien waren eigentlich ermutigende Chats gekommen. Doch leider wurde Herr Tonc Anfang der Woche krank.

Aber Daggi hätte auch so keine Zeit für ihn gehabt. Die in der Vorwoche noch begeistert versprochenen Treffen, sagte sie ab.

Sie hatte was besseres vor und Herr Tonc konnte sich des Verdachtes nicht erwehren, dass es inzwischen einen Nebenbuhler gab.

Aber warum  gab sie ihm dann nicht deutlich den Abschied?

Er wusste ja, dass sie eine war, die ihre Freiheit braucht und es wäre für ihn auch ok, nicht toll, aber ok, wenn sie neben ihm mit anderen Männern schlief.

Aber nur wenn sie es eben ebenso leicht und ständig mit ihm treiben wollte.

Denn das war es ja was er zuallererst suchte.

Nicht eine komplizierte Beziehung, wo er sich den Sex erst über Wochen erarbeiten musste.

Zum Glück war gerade jetzt Susi wieder in der Stadt und half ihm über diesen Frust hinweg.

Er nahm sich vor, Daggi nicht zu drängen.

Das würde auch nichts bringen, denn es waren die Frauen, die entschieden wann, ob und mit wem sie schliefen.

Doch irgendwann würde die Wahrheit heraus müssen.

Drum herum kamen beide nicht und sie wollten doch ursprünglich ehrlich zueinander sein.

Als sie sich am Folgetag wieder meldete, hatte Herr Tonc schon ein ungutes Gefühl.

Was war ihr Problem?

War es letztendlich doch so wie bei allen anderen, war er ihr zu anstrengend?

Was hatte er flasch gemacht?

Immerhin war es sein erster Versuch mit einer Geliebten, einer beinah Geliebten, die er nun 1 1/2 Wochen hatte.

Sicher lag es, wenn es denn enden sollte, nicht nur an ihm.

Aus seiner Sicht hätte es ganz einfach sein können.

Aber Frauen waren nun mal ganz grundsätzlich und immer nicht einfach, sondern kompliziert.

Man wusste einfach nie was sie wirklich dachten und es konnte alles auch immer ganz anders sein.

BANG!

Es war anders, aber nicht zum Positiven :O(

Herr Tonc hatte einen falschen Ausdruck im Chat benutzt und es gleich geahnt und schon kam die Wahrheit zu Tage.

Letztendlich war er jedoch froh darüber.

Wobei ein schlechter Nachgeschmack blieb, denn sie hatte nicht genug Stil, wirklich zuzugeben, dass sie die Erwartungen, die ihr dann angeblich zu viel wurden, ja selbst geweckt hatte.

Der Zungenkuss am Ende des ersten Treffens.

Herr Tonc hatte ihn nicht gefordert, nichtmal erhofft.

Nun, behauptete sie, dass sie seiner Suche nach Leidenschaft und Sex nicht enstprechen könne.

Aber, wenn ein freiwilliger Zungenkuss nicht mehr der Ausdruck von Leidenbschaft war, was dann?

Herr Tonc war sich aber sehr sicher, dass der eigentliche Grund war, setzte man mal voraus, dass ihr spontanes Gefühl am ersten Abend (Kuss und Umarmung) echt war, dass sie doch mit der Wahrheit nicht klar kam.

Sie hatte Angst davor, sich in einen verheirrateten Mann zu verlieben.

Es wäre also seinem Ziel, Sex, doch förderlicher gewesen, er wäre nicht ehrlich gewesen.

Denn natürlich war hier erneut die Wahrheit, der Tod der Fantasie.

Er hatte es gewusst und ihr auch prophezeit.

Natürlich gab sie auch das nicht zu, sondern kickte ihn einfach aus ihrem What’s App.

Er hofft, dass sie diese Feigheit während ihres Urlaubs noch einmal überdachte.

Herr Tonc war nicht glücklich darüber gewesen, aber die übliche falsche, wir können doch Freunde bleiben, Ansage, die sie sich dabei auch nicht verkneifen konnte, wollte er auch nicht ertragen.

Das hatte er auch nicht nötig.

Aber was konnte er für das nächste Mal daraus lernen, diese Frage blieb spannend.

Es lag scheinbar auf der Hand, das er mit der Wahrheit nicht ans Ziel kam.

Der Ring musste weg.

NACHGESPRÄCH

Dr. Meyer: Guten Morgen Herr Tonc, wie geht es Ihnen heute?

Herr Tonc: Es geht so.

Dr. Meyer: Fehlt ihnen etwas?

Herr Tonc: Vieles.

Dr. Meyer: So, na dann lassen Sie mal hören.

Herr Tonc: Meine Frau will nicht mehr mit mir schlafen.

Dr. Meyer: Aha, wie kommt das? Sie sind doch ein attraktiver Mann, sportlich, mit Humor und Verstand.

Sie haben keinen Bierbauch, noch alle Haare, nicht mal Geheimratsecken.

Sie kleiden sich vielleicht ein wenig leger.

Herr Tonc hebt die Augenbrauen und wirft einen prüfenden Blick an sich herab. Andere Frauen finden mich anziehend.

Dr. Meyer: Soweit, dass sie mit Ihnen schlafen wollen?

Herr Tonc: Das nicht, aber ich habe bisher die eventuellen Möglichkeiten auch nicht ausgeschöpft oder sie ermuntert.

Dr. Meyer: Aber sie spielen inzwischen mit dem Gedanken?

Herr Tonc: Ja.

Dr. Meyer: Geht es ihnen nur um die sexuelle Befriedigung?

Herr Tonc: Auch, aber eigentlich ist es mehr.

Dr. Meyer: Was meinen Sie mit mehr?

Herr Tonc: Nun, es geht mir um die wahre Leidenschaft.

Dr. Meyer: Runzelt die Stirn. Was verstehen Sie darunter?

Herr Tonc: Ich meine damit, dass ich eine Frau, nicht nur sexuell sonder in allem wie sie ist, so begehre, so verrückt vor Liebe nach ihr bin, das alles andere unwichtig ist.

Dr. Meyer: Hm, das würde man wohl wahre Liebe nennen und diese Liebe haben sie bisher, auch mit Ihrer Frau noch nicht erlebt.

Herr Tonc niedergeschlagen: Nein.

Dr. Meyer: Vielleicht ist eine solche Liebe ja auch bei anderen Menschen nur Illusion oder sie hält nie lange an? Kennen sie das Buch Gefährliche Liebschaften von Laclos?

Herr Tonc: Ja, schon.

Dr. Meyer: Dort resümiert eine der Protagonistinen am Ende eine vielleicht immer gültige Wahrheit:

„Frauen geben Liebe und Männer nehmen sie nur.“

Herr Tonc: Die Vermutung habe ich fast auch. Es gab kurze Moment mit meiner Frau und anderen Frauen vor ihr, aber eben mehr nicht. Also wollen sie sagen, das ich als Mann eigentlich einem Phantom hinterherjage?

Dr. Meyer: Gehen wir es anders an. Was macht sie optimistisch, dass sie also tatsächlich zu solch einer Liebe fähig sind?

Herr Tonc: Einige wenige zufällige Begegnungen mit Frauen gab es schon. Mindestens zwei bei denen ich mich so unglaublich angezogen fühlte, wie in fünfzehn Jahren Ehe nie. Ich glaube daher auch, dass es nicht nur die eine Frau gibt, die dieses Gefühl auslösen kann.

Dr. Meyer: Interessant. Ich denke da muss ich ihnen Recht geben.

Herr Tonc: Sind Sie glücklich verheiratet? Will meinen lieben Sie ihre Frau?

Dr. Meyer: Lacht. Sie wollen sagen, ob ich da sicher bin? Wie mans nimmt, aber ich denke schon.

Herr Tonc: Und kommt diese Sicherheit nicht nur aus Ihrer allgemein befriedigenden Situation?

Dr. Meyer: Wie meinen Sie das?

Herr Tonc: Nun, ich kenne das auch. Wenn man Zeit für sich und den Partner hat. Dann kann man eigentlich mit jedem Menschen, der einem nahe steht glücklich sein. Für den Moment oder auch länger.

Also eine gute Partnerschaft führen, aber ist diese dann wirklich tiefe Liebe oder ständiges Begehren?

Dr. Meyer: Gut, jetzt weiß ich was sie meinen.

Herr Tonc: Soetwas gab es schon sehr lange nicht mehr. Zwischen meiner Frau und mir meine ich.

Dr. Meyer: Nur wegen des Stresses?

Herr Tonc: Auch, aber er verstärkt es nur. Wäre die Liebe groß genug, denke ich, würde der Alltag sie nicht so andauernd überlagern.

Dr. Meyer: Haben sie Ihr Empfinden schon mal mit Ihrer Frau besprochen?

Herr Tonc: Ich habe Sie tatsächlich schon offen gefragt, ob sie keine Freude mehr daran hat, mit mir öffter zu schlafen und warum und ob ich oder wir etwas ändern können, sollen im Bett. Habe ihr auch schon ein Buch geschenkt, wo Paaren Vorschläge gemacht werden, was man beim Liebesspiel verändern kann.

Dr. Meyer: Was hat Sie gesagt?

Herr Tonc zerknirscht: Ich glaube sie hate es heimlich entsorgt.

Dr. Meyer lacht.

Herr Tonc: Das ist eben nicht lustig, sie kann nicht wirklich offen darüber sprechen. Obwohl Sie sonst ein offener, emotionaler Mensch ist. Beim Sex ist sie scheu, konservativ und hat große Angst vor etwas Neuem. Mit dem Alter scheint auch noch Unlust hinzu zu kommen und körperliche Gebrechen. Es kommt dazu dass sie sich selbst nicht mehr für attraktiv hält.

Dr. Meyer: Das geht sicher einigen Frauen so.

Herr Tonc: Mag sein, aber ich versuche auch im Alltag alles, um ihr eben dieses Gefühl nicht zu geben und darauf wie der Partner das sieht, kommt es doch an.

Dr. Meyer: Zumindest teilweise. Was tuen sie?

Herr Tonc: Komplimente, kleine Aufmerksamkeiten, Zärtlichkeiten, Blumen, Schokolade usw. Sicher nicht durchgehend und wenn man kaum Belohnt wird, lässt man hier ungewollt nach. Das gebe ich zu.

Dr. Meyer: Was ist also das eigentliche Problem?

Herr Tonc mit düsterer Mine: Ich glaube inzwischen, ich hatte das Gefühl nie.

Dr. Meyer: Welches meinen Sie?

Herr Tonc: Ich fand sie körperlich nie wirklich so anziehend, das ich sie immer nehmen wollte. Oft musste ich mir beim Sex sogar vorstellen, dass ich eine Andere im Arm halte, die mich mehr erregt.

Dr. Meyer: Weiß sie das?

Herr Tonc: Ich glaube unterbewußt schon.

Dr. Meyer: Aber sie liebt so viele andere Dinge an Ihnen, dass es ihr nicht wichtig ist.

Herr Tonc: Ich nehme an, dass es so ist. Das hat unsere Ehe getragen und trägt sie vielleicht aus ihrer Sicht noch.

Dr. Meyer: Und Ihrerseits, gibt es nicht genug Dinge, die sie an ihr und ihrer Ehe finden können, die gegen eine Aufgabe dieser sprechen.

Herr Tonc: Ganz bestimmt. Daher habe ich selbst auch so lange daran festgehalten.

Ich weiß auch nicht sicher, ob ich die Ehe aufgeben wollte, zumindest die Vaterrolle nicht. Aber wenn da ein neues Gefühl mich förmlich mitreißen würde?

Dr. Meyer: Was hat sich denn nun geändert?

Herr Tonc: Ich halte diese Unterdrückung meiner Sehnsüchte einfach nicht mehr aus und ich habe Angst irgendwann zu alt für das wahre Gefühl und den Spaß dabei zu sein. Oder für mehr als nur platonische Liebe.

Dr. Meyer: Also eine Art sexuelle Torschlußpanik.

Herr Tonc: Vielleicht, aber mehr eine Erkenntnis, dass ewige Treue ohne wahre Leidenschaft nicht der Sinn des Lebens ist.

Dr. Meyer: Aber viele Menschen definieren Liebe so.

Herr Tonc: Weil sie es nicht besser kennen oder nicht wissen wie sie was änern sollen. Das denke ich ist das Problem, aber ich habe die Hoffnung dass es auch andere Menschen, genau genommen andere Frauen gibt, die diese Sehnsucht nach einer erfüllenderen Beziehung haben.

Dr. Meyer: Ich gebe Ihnen Recht, die gibt es sicher, aber es wird bestimmt nicht einfach, weil jeder Einzelne in seinen individuellen Vorstellungen gefangen ist und die muss nicht der Ihren entsprechen.

Herr Tonc seufzt: Haben Sie denn einen guten  Ratschlag? Schließlich schreiben sie doch so viel darüber.

Dr. Meyer: Haben sie es schon mit käuflicher Liebe probiert?

Herr Tonc lächelt: Natürlich, dass ist auch für den Moment ein Lösung und erstaunlicherweise sind Huren auch nur Menschen.

Dr. Meyer lacht: Wie meinen Sie das?

Herr Tonc: Ich hatte inzwischen schon viele und die überwiegende Mehrheit schaft es, zumindes mit mir, eine für beide Seiten vergnügliche Stunde zu verbringen. Das heißt, sie geben mir tatsächlich die Befriedigung, die ich in diesem Augenblick suche. Es gab auch unbefriedigende Besuche, aber erstaunlich wenige.

Dr. Meyer: Interessant, aber das genügt Ihnen auf Dauer nicht?

Herr Tonc: Nein, bis auf Susi.

Dr. Meyer: Susi?

Herr Tonc: Sie heißt sicher nicht so, aber sie ist die Beste! Sie zeigt ungekannte Leidenschaft und Ausdauer bei mir. Sie ist natürlich jünger und attraktiv,  aber vor allem eine Könnerin ihres Faches.

Dr. Meyer: Ich vermute aber, sie ist entfacht trotzdem keine ewige Fackel in ihnen?

Herr Tonc nickt: Nein, ich besuche sie gerne immer wieder, aber es ist auch nur ein sagen wir „sehr schöner Moment“ und obwohl sie eine hervoragende Schauspielerin ist, bleibt mir dabei bewusst, dass sie mich vielleicht mehr mag als andere Freier, aber ich für sie doch letztendlich nur ein Kunde bin.

Dr. Meyer: Es gibt ja noch weitere Möglichkeiten, wenn sie sich erstmal entschlossen haben Kontakte zu anderen Frauen zu suchen.

Herr Tonc: Schon, das klassische Rendevouz ist aber schwierig, da man neben Beruf und Familie sich nicht einfach, ohne den Partner zu belügen, verabreden kann.

Dr. Meyer: Partnerbörsen?

Herr Tonc: Da schwirren überwiegend nur Singelfrauen rum, die vielleicht noch ok finden, wenn man sich als gebunden outet, aber spätestens bei Kindern einen Rückzieher machen.

Dr. Meyer: Ich vermute, die die da offener orientiert sind, brauchen solche Börsen nicht.

Herr Tonc: Das ist auch meine Vermutung, obwohl das Online-Dating doch einiges entkrampft hat.

Dr. Meyer: Aber nur scheinbar?

Herr Tonc: Leider. Bei näherem Kontak wird meist schnell deutlich, dass die meisten Frauen immer noch die klassische Beziehung suchen. Haben Sie noch eine andere Idee?

Dr. Meyer: Ersteinmal nein, aber lassen sie mich darüber nachdenken und nehmen sie einen Rat vielleicht gleich mit: Das Leben ist zu kurz um das persönliche Glück nicht immer weiter zu suchen.

Herr Tonc: Danke.

Abgang.

NACHWIRKUNG

Herr Tonc war sich ziemlich sicher, dass Daggi noch immer etwas für ihn empfand und mindestens im Urlaub an ihn dachte und mit dem Gedanken schwanger ging, den Kontakt wieder aufzunehmen.

Denn wenn sie ehrlich zu sich selbst war, wusste sie, dass er in vielen Dingen Recht gehabt hatte und dass sie nicht fair zu ihm gewesen war.

Vor allem aber war sie im Grunde ihres Herzens einsam und suchte jemanden, dem sie wichtig war.

Hatte er nicht genau das signalisiert?

Herr Tonc, wusste er hätte mehr Geduld haben müssen und hatte sie durch seine Gefühle zu sehr bedrängt.

Aber waren diese Gefühle, diese Sehnsucht nicht etwas, was ihr signalisiert hatte, das da jemand ist, der ihr all das wonach sie sich sehnte, auch geben wollte?

Das konnte nicht spurlos an ihr vorübergeangen sein.

Vielleicht nuzte sie ja die Zeit im Urlaub über alles nachzudenken, vielleicht würde sie ihm eine dritte Chance geben.

Doch galt das alles nur, wenn es da nicht doch einen anderen gab. Vielleicht vögelte sie ja auch die halbe Türkei. Denn warum machte man sonst dort einen Yoga-Urlaub?

Außerdem gab es dubiose Freunde, zu denen sie sich mindestens auch sexuell durchaus hingezogen fühlte, das war Herr Tonc nicht entgangen. Vielleicht reiste sie ja garnicht alleine?

Auch wenn sie da immer nur von Freundschaften sprach.

Aber er hatte sie auch als eine Frau erlebt, die in der Lage war verschiedene Perspektiven einzunehmen, zu reflektiern und ihre Meinung zu ändern.

Das war bei Frauen selten und viel wert.

Er gab die Hoffnung also noch nicht auf und wenn sie ihm die Gelegenheit bot, so schwor sich Herr Tonc, würde er es besser machen.

VERLIEBT

Die Wahrheit oder nicht die Wahrheit?

Wie konnte er ein Date haben, die Frau verführen, ohne dabei über sich viel Preis zu geben?

Was war das Geheimnis ein Quicki zu bekommen. Einfach und sofort?

War das nur ein Traum vieler Männer? Gab es in Wahrheit gar keine Frauen (mehr) die sich auf soetwas einließen?

Oder nur die, die es besonders nötig hatten oder zuviel getrunken?

Oder hing doch alles davon ab, wie man es anstellte, welche Ausstrahlung man hatte?

Kurz: Würde es jede mit James Bond tun?

Hier musste Herr Tonc noch eine Menge dazu lernen, wie es schien.

Das größte Problem war, dass einem die gegenseitige Wahrnehmung etwas Falsches vorgaukelte.

Mann projezierte in Blicke, Gesten, ein Lächeln mehr oder sogar ganz etwas anderes hinein, als die Frauen glaubten damit auszustrahlen.

Offenbar waren viele Männer erwartungsblind und viele Frauen austrahlungsnaiv.

Das war es was immer wieder zu den üblichen Missverständnissen zwischen Mann und Frau führte.

So war es offenbar auch bei Daggi gewesen, Herr Tonc wollte diesen Fehler nicht wieder begehen.

Aber es blieb die Frage, konnte er aus seiner Haut?

Er war grundsätzlich ein wahrheitsliebender und zugleich ungeduldiger Mensch und das war in diese Situation offenbar fatal.

Zu leicht ließ er aus sich die Wahrheit locken und zu schnell wollte er sein Ziel erreichen. Das passte nicht zusammen, wie er nun schmerzhaft gelernt hatte.

Er musste also ein guter Schauspieler werden, eben besser lügen oder mindestens richtig schweigen können und sich dabei zugleich selbst disziplinieren.

Die nächste Chance kam früher als erwartet und das ganz ohne Datingapp.

Er hatte nämlich eine überaus attraktive Ärztin kennengelernt, bei einem Schreibertreffen, das er unregelmäßig besuchte.

Hier kamen immer wieder neue, meist jüngere Leute zusammen und trugen eigene Texte vor.

Elly war ein Energiebündel. Sie hatte ein umwerfend jugendlichen Charm, obwohl sie auch schon fast die 40 erreicht hatte.

39 war irgendwie die magische Zahl seiner Dates.

Schon das erste Mal, als sie beim Treffen aufgetaucht war, war Herr Tonc fasziniert von ihr gewesen und nach dem letzten Treffen hatte er sich endliche ein Herz gefasst und sie um ein Date gebeten.

Schon beim Treffen hatte sie seine Nähe gesucht und ihn mit einer Umarmung verabschiedet.

Erneut also ermunternde Anzeichen.

Auch seine Anfrage für ein Date hatte sie herzlich aufgenommen und so hoffte Herr Tonc auf eine richtige Chance.

Zumal Elly im Gegensatz zu Daggi, obwohl gleich alt, um zehn Jahre jünger und attraktiver aussah.

Außerdem hatte sie einen kindlichen Frohsinn und erweckte den Eindruck, dass sie für jedes Abenteuer bereit sei.

Doch Herr Tonc hatte nun genug Erfahrungen gemacht um sich nicht zu früh täuschen zu lassen.

Auch Elly hatte er genau beobachtet und interpretierte ihren Aktionismus sicher zurecht auch teilweise als Unsicherheit.

Man musste sich auch fragen, warum eine so hübsche blonde Ärztin keinen festen Freund hatte oder nicht längst verheirratet war und Kinder aufzog.

Was stimmt nicht mit ihr?

War sie so stark mit ihrem Beruf verbunden? Ein Mensch der alle Zeit für eine Bestimmung opferte? Denn wie er am Rande mitbekommen hatte war sie tatsächlich auch in der Entwicklungshilfe tätig.

Doch gleichzeitig nahm sie sich viel Zeit für Freizeitaktivitäten und lernte hier sicher viele attraktive Männer kennen. Das jeder auf sie abfuhr war ganz offensichtlich. Was also war ihr Geheimnis?

Herr Tonc hoffte, das sie eben die Sorte Frau war, die das Leben genießen wollte ohne sich fest zu binden und daher offen war für jeden ONS, auch mit verheirrateten Männern.

Aber ebenso konnte es sein, dass sie einfach immer noch auf der Suche war nach dem Einen und daher viel ausging, aber eben nicht mit jedem ins Bett.

Was konnte er aber anderes tun, als es zu versuchen. Sie war es auf jeden Fall wert und dieses Mal wollte er auch mindestens ihre Freundschaft dabei gewinnen.

Er nahm sich also vor, geduldig zu sein und gelassen.

Aber es würd nicht leicht werden.

TREFFEN 4

Daggi würde nun bald aus dem Urlaub zurück kehren und Herr Tonc war gespannt, ob Sie ihm noch eine Chance geben würde.

Er glaubt nämlich bestimmt, dass sie ihn noch immer rmochte.

Er war sich eigentlich sicher, dass sie noch etwas für ihn übrig hatte und wenn er nicht zu ungeduldig gewesen wäre und beim nächsten mal sich mehr Zeit nahm, noch alles möglich war.

Sicher, die Flamme war schon etwas erkaltet und er hatte inzwischen andere Eisen im Feuer, aber Daggi hatte für ihn immernoch begehrendswerte Seiten und darum Priorität.

Das erste Date mit Elly hingegen hatte mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.

Zum einen war es nur ein halbes Date, da ein weiteres Mitglid der Schreibgruppe mit dabei war.

Der sich im Nachhinein als Aufpasser, weil heimlicher Geliebter von ihr, entpuppte.

Zum anderen, hatte Elly sich zwar sehr sexy herausgeputzt, sie war auch süß und lustig, doch sie uchte nicht wirklich den körperlichen Kontakt.

Die Situation während eines Jazz-Keller-Konzertes wurde leider nie intim genug.

Fast hätte Herr Tonc, wegen des fehlenden Zungenkusses zum Abschied, die Chance auf ein zweites Date verschlafen.

Doch zum Glück wurde ihm klar, das Daggi hier Maßstäbe gesetzt hatte, die nicht normal waren und die sie schließlich auch selbst nicht einhalten konnte.

Elly, war wie er schon vermutet hatte, eben doch nicht so selbstsicher, wie sie sich gab.

Als er es schließlich vor dem Abschied immerhin noch schaffte sie nach dem zweiten Date zu fragen, wirkte sie trotzdem offensichtlich erleichtert und froh.

Das versöhnte Herrn Tonc wieder, aber es blieb natürlich weiter nicht eindeutig, ob sie mehr wollte.

Nun kam alles auf die nächsten Tage an und Herr Tonc musste es gelingen seine Ungeduld im Zaum zu halten, um nicht wie bei Daggi alles wieder zu verderben.

NACHTREFFEN 3

Herr Tonc rollte mit den Augen, als er Ellys Antwort las.

Ob es nun stimmte oder nicht, es hatte jedenfalls für ihn den bitteren Beigeschmack, dass sie sich doch bedrängt fühlte.

Den Vorschlag für ein zweites Date hatte sie mit der allzu eindeutigen, altbekannten Floskel beantwortet:

Sorry, fahre heute bis Sonntag zu einem Freund nach Zürich.

Stand sowas nicht in allen Datingratgebern als übliche Ausrede von Frauen, die eigentlich doch nichts mehr von einem wollten.

Außerdem:

Zürich! War irgendwie ein Unglücksort der ihn verfolgte.

Daggi war aus Zürich gekommen und hatte dort noch Freunde und nun auch Elly.

Es war zum Haare raufen.

Vielleicht brauchte sie aber auch nur Zeit um sich über ihre Gefühle klar zu werden, ob sie nun in Wahrheit weg fuhr oder nicht.

Sein erster Reflex war Isi anzurufen, die ja noch im Wartestand war. Aber das könnte in Chaos ausarten, wenn Elly doch noch Interesse hätte und womöglich auch Daggi sich meldete.

Ui, gleich drei Freundinnen, der Gedanke hatte was!

Und eigentlich hatte er ihr ja Zeit geben wollen. Bisher war nichts passiert, außer dass er sie ins Kino eingeladen hatte und sie an diesem Termin keine Zeit hatte.

Nun war sie am Zug und spätestens am folgenden Samstag (Nächstes Treffen der Literaturgruppe) würde es sich herausstellen, ob er sich das erotische Brickeln zwischen ihnen wieder mal nur eingebildet hatte.

Ein bischen traurig machte ihn das schon, mindestens jedenfalls, dass die Frauen einfach nicht ehrlich und direkt sagen konnten was Sache war.

FLUCHT 1

Isi wollte und Herr Tonc freute sich auf die nun immerhin dritte Frau, mit der er ein Date haben würde.

Und vielleicht war sie ja für eine Überraschung gut. Denn seine Erwartungen waren, zumindest was das Äußerliche anbetraf, nicht riesig.

Dafür bestach sie aber mit Spontanität.

Sie war nicht fürs lange Reden, sondern wollte sich gleich treffen.

Wenn sie bei ONS oder einem Quicki auf dem Schlossberg, ebenso fix war, war es genau dass, was sich Herr Tonc von einem schönen Samstag Abend, seit langem erträumte.

Aber abwarten und Tee trinken.

Mindestens konnte er eine weitere nette Bekanntschaft machen und seine Flirtkünste weiter ausbauen.

Warum also die Gelegenheit nicht nutzen?

Doch aufgepasst, Frauen waren in mancher Hinsicht alle gleich.

Sie spielten Spielchen, sobald sie glaubten, man sei am Harken.

Elly war das beste Beispiel.

Nachdem er ihr den Ball ins Feld zurück gespielt hatte:

Melde Dich also, wenn Du Zeit und Lust hast.

Hatte sie ihn eingelade, sich auch jederzeit zu melden.

Was zunächst die Sache abzumildern schien, aber schließlich, immernoch ohne die gefühlsmäßige Äußerungen blieb, wie sie Herr Tonc gerne gehört hätte:

ist echt schade, das ich am Wochenende nicht kann

melde mich/dich sobald wie möglich

oder sogar:

ich mag dich

möchte mich gerne bald mit dir treffen

Herr Tonc wusste, wenn er eine weitere Frau ins Spiel brachte, würde er eine bessere Position gewinnen.

Ein begehrter Mann, war immer noch interessanter!

Er konnte auch Spielchen spielen und so langsam begann er sich in seiner Rolle als Don Juan zumindes manchmal wohl zu fühlen.

Doch das hielt nicht lange, denn es kam alles ganz anders.

Herr Toncs Frau fuhr mit den Kindern in Urlaub, er hatte also zwei Wochen Freihaus um endlich eine Freundin zu gewinnen.

Aber, als hätte sie es geahnt, wurde sie am geplanten Tag der Abfahrt krank.

Das versaute Herrn Tonc das schöne Samstagabendate mit Isi und auf lange Sicht womöglich alle Chance bei ihr überhaupt wieder auf ein Date.

Denn auch sein Versuch das Date noch für den Sonntag zu retten ging schief.

Als, die Frau endlich weg war, gelang es ihm nicht mehr Isi zu einem Dat zu überreden.

Sie blieb zwar verbal noch offen, war aber tatsächlich, das spürte er, ziemlich angesäuert.

Verdenken konnte er es ihr nicht.

Immerhin stellt sie ihm ein mögliches Date in der Folgewoche in Aussicht, nach einem Wochenende in der Schweiz.

Seltsam, dass alle bisherigen „fast“ Freundinnen immer in die Schweiz flüchteten.

Ein Muster, das die Frauen verband.

Wer wusste warum?

LEIDEN

Aus Hoffnung wird Hoffnungslosigkeit!

Die Woche hielt jedoch zuvor noch einiges bereit.

Elly, zurück aus der Schweiz, sprach plötzlich wieder sehr offen auf seine Einladung zum nächsten Treffen des Dichterzirkels an.

Elly war noch immer seinTraum und seit er sie beim Konzert näher kennengelernt hatte, war Herr Tonc wirklich verliebt in sie.

Ein Gefühl, dass er schon sehr lange nicht mehr gekannt hatte.

Sie war nämlich nicht nur sehr sexy in körperlicher Hinsicht, sie war intelligent, witzig, lebensfreudig, offen und einfach süß.

Er schufftet die Woche und lebte in Vorfreue auf das Wochenende.

Und als es soweit war und sie zum Treffen kam, war eigentlich alles wie im Traum gewesen.

Doch unterlief ihm erneut ein verhängnisvoller Fehler.

Er war sich im Vorfeld uneins gewesen ob er den Ring tragen sollte oder nicht, hatte dann aber eigentlich beschlossen es nicht zu tun, denn die Erfahrung mit Daggi hatte ihn ja eines Besseren belehrt.

Doch ob es irgendeine höhere Macht war, die nicht wollte das er Ehebruch beging oder einfach nur seine eigene dumme Hecktik.

Er vergaß den Ring und als sie kam, offensichtlich bereit sich auf ihn einzulassen, hatte sie den Ring natürlich sofort entdeckt.

Sie war so sexy! Knappes Tischirt, bauchfrei, mit abgemalten Brüsten. Knappe Shorts, wo die sexy Unterhose hervor schaute. Genau wie schon die Woche zuvor im Ruland-Keller.

Dass sie ihn betören wollte war so offensichlich wie was.

Und selbst als sie den Ring zur Sprach gebracht hatte, was ja auch schon ein Anzeichen von Interesse war,

schien ihr das nicht ein Killerargument.

Denn er flunkerte ihr vor in einer offenen Beziehung zu sein.

Sie flirtete, suchte seine Nähe, berührte ihn, lächelte ihn an. Spielt Spielchen mit ihm, den ganzen Abend.

Allerdings war sie nicht alleine gekommen. Rumo, der Gründer des Literaturtreffs, ein sympathischer Südländer, war mit ihr da und schon bald stellte sich heraus, dass sie auch ein gemeinsames Zelt für die Nacht hatten.

Allerdings, sprach das keiner der beiden wirklich aus.

Herrn Tonc beunruhigte es auch nicht sehr, denn er war so sicher, das ihre Zuneigung alleine ihm galt.

Alle Zeichen die sie gab spachen dafür und Rumo war, soweit Herr Tonc wusste, eigentlich auch in einer Beziehung und hatte eine kleine Tochter.

Zudem gab es keinerlei Anzeichen von Intimität zwischen den Beiden.

Sie mochte ihn, das war klar, aber er wurde von allen gemocht. Denn er war ein ruhiger, intelligenter und musikalischer Allrounder.

Allerdings konnte er Herrn Tonc, mindestens wenn er mit faulen Zähnen lächelte, äußerlich nicht das Wasser reichen.

Trotzdem erlebte Herr Tonc in dieser Nacht seine schlimmste Niederlage.

Er war so verliebt, das er die Gefahr nicht erkannte. Aber ob er es hätte verhindern können?

Sie gab Zeichen. Hatte ihn gebeten noch zu bleiben, als sie nur noch zu dritt waren.

Sie wollte ihn alleine verabschieden.

Er nahm diese Chancen jedoch nicht wahr und so kam es wie es kommen musste.

Als er in der Nacht zuhause ankam,  ergriff ihn eine Vorahnung und er musste ihr sein Herz noch ausschütten.

Er gestand ihr über What’s App seine Liebe, doch schicksalhafterweise kam das zu spät.

Sie las es nicht mehr bevor sie mit Rumo ins Zelt ging und dieser die Situation zu seinen Gunsten ausnutzte.

Herr Tonc war den Tränen nah, als sie es ihm im Laufe des nächsten Tages per App gestand und, wie herzlos Frauen so sein konnten, auch noch verkündete, wie wohl sie sich mit Rumo fühle und dass sie nun zusammen seien.

Welch unfassbares Pech!

Herr Tonc konnte es nicht glauben, diese wunderbare Traumfrau schenkte sich gedankenlos in einer Nacht, in der sie zuvor nur mit ihm geflirtet hatte einem anderen. Und es war vermutlich auch nur passiert, weil sie so sehr erotisch durch ihn aufgeheizt war.

Er mochte Rumo, war aber trotzdem stinksauer auf ihn, dass er diese Möglichkeit, dreist beim Schopf gepackt hatte, obwohl auch er ganz sicher genau wahrgenommen hatte, das Herr Tonc eigentlich in Elly verliebt war.

Was blieb war ein tiefer Sturz aus dem Himmel in ein Elend der folgenden Tage, das immer wieder in nackte Wut auf beide umschlug.

Das war eigentlich nicht Herrn Toncs Art, aber er fühlte sich doch arg übel mitgespielt.

Natürlich würde er auch beider Freundschaft schätzen, doch Ellys Lachen, ihre aufreizende Art, ihr Schönheit, ihre klugen Sprüche, alles würde bei den nächsten Treffen, womöglich auch in Rumos Beisein, ungheuer schwer zu ertragen sein.

Warum nur?!

Er hätte diese Frage hundertmal zum Himmel schreien können.

Wieder zog eine Frau, die bei ernsthaften Gespächen von der ernsthaften Liebe sprach, von der seriösen Beziehung, den sprunghaften Freigeist, Herrn Tonc vor?

Es war doch alles Lüge!

Die Frauen standen, wenn es darauf ankam eben besonders auf alles was anders war, als das Normale.

Südländer und Farbige, konnten Bettler sein. Hatten sie ansehnliche Körper, liessen sich die Blondinen und sonstigen Schönheiten reihenweise von ihnen ficken.

Und dass obwohl sie wissen mussten, das diese Liebhaber meistens Machos waren und nur ihre Körper wollten. Viele ließen sich sogar schwängern und blieben dann, ach wie unerwartet, auf den Kindern sitzen.

Also waren, da konnten sie behaupten was sie wollten, die Frauen nicht besser als die Männer, das wurde Herrn Tonc immer mehr bewusst.

Sie waren blind für die Folgen, wenn ein Mann sie äußerlich erregte.

Auch wenn Herr Tonc wusste dass dieses Urteil pauschal war und ungerecht, geprägt von seiner Wut über den Verlust Ellys, war er inzwischen, gestützt auch durch zahlreiche Beispiele alleinerzihender Mütter aus seiner Umgebung, sicher, dass es stimmte.

Noch mehr ärgerte ihn aber, dass sie mit dem Argument, sie wolle keine Leiden erzeugen, ihn abwies.

So war der Ring und seine Offenheit, wieder einmal der Grund dafür, dass sie ihm keine Chance gab.

Eine wage Hoffnung blieb, dass sie vielleicht auch, weil sie so entäuscht war, dass er nicht frei war, sich in einem Anflug von Trotz nur auf Rumo eingelassen hatte.

Aber wie schon Grönemeyer gesungen hatte:

Eine Nacht im Affekt geschehen, hätte er ja vielleicht noch verstanden. Aber musste sie es gleich zur großen Liebe erklären.

Das blieb unglaubwürdig, wenn nicht, wie auch schon bei Natti, alle Zuneigung zuvor nur vorgespielt gewesen war.

Herr Tonc war einfach nur traurig uns so hatte sie doch Leiden verursacht.

Welch Ironie!

NACHGLAUBE

Herr Tonc lachte leise in sich hinein.

Seine Gefühle trogen ihn also doch nicht.

Zunächst hatte er seinen Frust durch einen weiteren Besuch in einem einschlägigen Etablissement los werden wollen, doch das Erlebnis war nicht sonderlich aufbauend gewesen.

Dafür waren es die Apps, die danach eintrafen.

Zunächst meldete sich Natti wieder und ihre Bereitschaft sich wieder mit ihm zu treffen, bestätigte ihm, dass sie ihn im Urlaub nicht vergessen hatte und doch etwas für ihn empfand.

Bei ihr musste er nur Geduld haben, vielleicht bekam er dann irgendwann doch eine Chance auf ein ONS oder mehr.

Dann konnte auch Elly die Finger nicht still halten und verriet ihm so, dass sie doch nicht so absolut glücklich mit Rumo zu sein schien, wie sie behauptetet oder sich einreden wollte.

Sie sagte wage ein nächstes Treffen zu, aber immerhin.

Inzwischen hatte sich Isy auf die gleichen Spielchen verlegt, die sie bei Herrn Tonc vermutete.

Sie vertröstet ihn auf die Folgewoche und da er sie nicht als Fovoritin sah, war das für ihn kein Problem.

Auch hatte Herr Tonc mit Vera eine weiter Kanditatin aus MEDUSA an der Angel.

Doch es war noch nicht sicher, ob sie überhaupt geangelt werden wollte.

Seine erste Konzentration galt aber Elly, denn er dachte an sie inzwischen Tag und Nacht.

Es gab dabei zwei Möglichkeiten.

Entweder blieb sie bei ihrer Geschichte, der Liebe zu Rumo, kein Problem, dann hatten sie eben beide Beziehungen, was aber aus Herrn Toncs Sicht nicht gegen eine Affaire sprach.

Denn aus ihren Apps wurde schnell klar, das sie von seiner offenen Liebseerklärung nicht unbeeindruckt geblieben war.

Und was sie auch schrieb, wenn sie die Beziehung zu Rumo beschrieb, klang für ihn einfach nicht nach der Leidenschaft, die er unter wahrer Liebe verstand.

Es hatte immer etwas von einer kühlen Aufzählung von Beziehungsidealen. Es fehlt das Feuer darin.

Sie kam nicht zum zweiten Date. Das hatte er fast erwartet.

Aber, es bestätigte ihm, dass sie sich fürchtete Herrn Toncs Charm bei der ersten echten Begegnung nach seiner Leibeserklärung, doch zu erliegen.

Die Ausrede war zu konstruiert. Das sie einer Freundin beim Umzug geholfen hatte, mitten in der Woche und sicher hätte sie das schon im Vorfeld gewusst.

Sie schien auch auf eine Nachricht von ihm nur zu warten.

Denn als er nach dem Konzert schrieb, war sie sofort Online.

Vor allem aber, was danach folgte, dass sie von selbst mit Herrn Tonc bis in die Nach chattete und das über das Thema Liebe, zeigte ihm, das er bei ihr offenbar doch einen Funken entfacht hatte, den sie nicht so einfach austretten konnte, sosehr sie sich auch bemühte.

Er hatte ihr auch mitgeteilt, das er am WOE für drei Wochen in Urlaub fuhr und war sich sicher, dass genau diese Information und das Wissen ihn nun tatsächlich für längere Zeit nicht mehr zu sehen, ihr ihre wahren Gefühle offenbart hatte.

Er musste nur Geduld haben und all das wirken lassen.

Eine weitere Überraschung brachte der Abend.

Denn beinah hätte er Ellys Date mit einer anderen verbracht.

Isy meldete sich mit einer kurzfristigen Anfrage, als er vor dem Jazzkeller auf Elly wartete.

Doch sie konnte erneut nicht so lange und spontan.

Es schien eine Art Fluch auf den Verabredungen mit ihr zu liegen.

TREFFEN 5

Isy war tatsächlich eine Überraschung.

Das Bild was er von ihr kannt war eher unvorteilhaft gewesen.

Als er ihr selbst im Cafe gegenüber saß, war sie sehr attraktiv.

Sie unterhielten sich auch sehr nett miteinander, obwohl ihr von Beginn an große Nervosität anzumerken war.

Was Herrn Tonc belustigte, aber er fand es zugleich sehr süß.

Der Abend war auch leider sehr kurz, schon nach zwei Bier verkündete sie ihren Abschied.

Doch offensichtlich nicht, weil sie es nicht nett gefunden hätte mit ihm, sie praktizierte nur ein ungewöhnliches Frühritual.

Was bereits der Grund für vorherige Databsagen gewesen war.

Jeden Morgen, so behauptete sie, würde sie um 5 Uhr aufstehen um vor der Arbeit von 7 – 9 Yoga zu betreiben.

Insgesamt war sie schlank, aber kräftig gebaut. Durchaus reizvoll!

Leider war sie aber wesentlich schüchterner als Elly oder Natti, also auch keine Frau, die schnell aufs Ganze ging.

Beim Abschied hatte Herr Tonc den zufriedenen Eindruck, nun die dritte Freundin gewonnen zu haben.

Vielleicht die erste, mit der er es ins Bett schaffte.

Leider kam ihm ein 3 wöchiger Diensturlaub dazwischen.

Eine Zeit der Abwesenheit, die wie er hoffte, bei allen dreien eine Sehnsucht auslösen würde, deren Früchte er auf die eine oder ander Weise, danach ernten konnte.

Der Abend hatte sich allerdings, gerade weil Isy, zwar irgendwie kumpelhaft, aber auch naiv vertrauensvoll zu einer Art Märchenstunde entwickelt.

Herr Tonc hatte es nicht unbedingt vorgehabt, doch mehr Ehrlichkeit, hatte sich ja bei den beiden anderen mittelfristig nicht ausgezahlt und langfristig blieb es ungewiss.

Er war zugleich gespannt, ob ihn die Lüge und eben das Verschweigen bestimmter Wahrheiten eher ans Ziel brachte.

Doch vielleicht hatte Isy das ja gespürt, ihre Reaktion auf den Abend stand noch aus.

Was am Mittag danch seltsam schien.

Aber Menschen waren eben nicht immer sofort durchhaubar. Sie hatte ganz offensichtlich auch ihre Geheimnisse, das spürte Herr Tonc.

LIEBESGESPRÄCH

Dr. Meyer: Ah, Herr Tonc, schön sie zu sehen.

Herr Tonc: Guten Abend Dr. Meyer.

Dr. Meyer: In unserem Telefongespräch gestern deuteten sie an, dass es für sie mehr um eine Art philosophischer Disskusion gehe.

Herr Tonc nickt

Dr. Meyer: Ist dann vielleicht meine Praxis der falsche Ort? Ich dachte wir könnten einen Spaziergang zu ihrer besagten Wiese machen. Es ist ja nicht so weit von hier.

Herr Tonc: Ja gerne, ich wollte ihnen das auch vorschlagen.

Ausgang

Dr. Meyer: Diese frische Luft tut doch immer wieder gut.

Herr Tonc: Ja, sie macht einen klareren Kopf.

Dr. Meyer: Wenn ich sie richtig verstanden habe, macht ihnen aber nicht der Kopf sondern ihr Herz Sorgen.

Sie glauben sich verliebt zu haben.

Herr Tonc: Ja, seit langer Zeit zum ersten Mal.

Dr. Meyer: Was macht sie so sicher?

Herr Tonc: Im Grunde nichts, aber wenn man ständig an jemanden denkt, ihr Bild vor Augen hat und darauf hofft das sie anruft oder schreibt, wie würden sie das nennen?

Dr. Meyer: Ist es anders, als bei ihren anderen Bekanntschaften?

Herr Tonc: Absolut, ich habe ja den direkten Vergleich. Natti und Isy mag ich, von ihnen geht aber nicht diese unglaubliche Anziehung aus, wie sie Elly auf mich ausübt.

Dr. Meyer: Aber sie sagt ihnen das sie vergeben sei?

Herr Tonc: Ja, das behauptet sie, aber ich bin mir nicht ganz sicher ob es stimmt oder ob ich nicht Fehler beim Werben um sie gemacht habe.

Dr. Meyer: Welch?

Herr Tonc: Nun, zunächst hat sie meinen Ring gesehen. Es war ein Versehen, ich wollte ihr ihn eigentlich noch nicht zeigen, nach der Erfahung mit Natti. Dann habe ich ihr noch in der selben Nacht mein Herz ausgeschüttet, weil ich das Gefühl hatte nun schon aufs Ganze gehen zu müssen.

Dr. Meyer: Verstehe, sie denken, sie haben sie überrumpelt und sie lehnt sie deswegen ab, weil sie nun glaubt, sie wollen nur eine schnelle Affaire.

Herr Tonc: Ja, ihr Verhalten an diesem Abend steht sehr widersprüchlich, zu ihrer Behauptung und auch danach, hat sie in der Kommunikation signalisiert, das die Liebeserklärung sie nicht unbeeindruckt gelassen haben kann.  Ich bin mir sicher sie empfindet mehr für mich, als sie zugibt.

Dr. Meyer: Nachdem was sie mir am Telefon schon geschildert haben, würde ich das auch so einschätzen.

Doch denke ich, sie haben sie zumindest verunsichert, sie ist sich ihrer Prinzipien nicht mehr klar.

Herr Tonc: Genau, sie hat indirekt eingestanden, das sie noch nie leidenschaftliche Liebe erlebt hat. Sie verbindet damit Leiden und will diese vor allem nicht auslösen. Was für eine absurde Sicht. Soetwas kann nur jemand äußern, der noch nie wahre Leidenschaft erlebt hat.

Dr. Meyer: Ja, da kommen wir an ein grundsätzliches Problem der Partnersuche. Viele Menschen geben sich mit theoretischen idealen zufrieden, sie interpretieren deren Vorhandensein beim Partner als Liebe.

Herr Tonc: Das trifft genau auf sie zu, in einem nächtlichen sehr intimen App mit ihr über die Liebe, nachdem sie eigentlich mir berits den Korb gegeben hatte, also bereits ein widersprüchliches Verhalten ansich, beschreibt sie das, was sie mit Rumo angeblich gefunden hat, aus meiner Sicht nur durch eine eben leidenschaftslose Aufzählung von Idealen.

Wenn sie diese so mit ihm leben würde, wieso siht man davon nach Außen nichts? Keinerlei Körperkontakt zwischen den Beiden am Abend.

Sollte es erst in der Nacht gefunkt haben, kann sie wohl schwerlich beurteilen, ob er diesen Idealen auf Dauer entspricht.

Dr. Meyer: Das bedeutet ganz klar, das sie Angst vor der Leidenschaft hat, sie hat Angst los zu lassen sich dem ganz hinzugeben und sie spürt nun durch ihre Liebeserklärung, dass es da doch soetwas gibt, was ihre Selbstkontrolle aushebeln könnte.

Herr Tonc niedergeschlagen: So erscheint es mir auch, aber wie kann ich sie behutsam doch davon überzeugen, das es sich lohnt, sich darauf einzulassen? Ich befürchte, wenn ich sie weiter bedränge, wendet sie sich erst recht ab.

Dr. Meyer: Ja, ich glaube, wenn es auch schwer fällt, sie müssen Geduld haben und nur hin und wieder sie daran erinnern, dass sie sie wirklich lieben.

Herr Tonc: Danke, ich war zu dem selben Schluß gekommen. Von daher ist es ganz gut nun mal 3 Wochen außer Landes zu sein. Aber zugleich fürchte ich, das mein Rivale, wenn es ihn denn wirklich gibt, die Zeit nutzt um sie enger an sich zu binden.

Dr. Meyer: Das müssen sie riskieren, aber wenn sie von ihrer Liebe berührt wurde, was den Anschein hat, kann es für ihn auch nach hinten los gehen.

Herr Tonc: Das hoffe ich.

Sie erreichten die Wiese.

Dr. Meyer: Aha, das ist also der Tatort.

Herr Tonc: Ja.

Dr. Meyer: Nehmen sie es nicht so schwer, vielleicht ist ja alles nur Theater gewesen.

Herr Tonc ruft laut aus: Aber welch tragisch komische Komödie!

Womit habe ich das verdien?

RÜCKKEHR

Heutztage war man ja, auch im tiefsten Dschungel, mit WLAN Anschluß nicht aus der Welt.

Trotzdem hatte Herr Tonc sich entspannt und einige Erkenntnisse mit zurück gebracht.

Außerdem neue Möglichkeiten.

Mali war eine davon, eine feurige schwarze Stute, die seine Gedichte mochte und sich scheinbar tatsächlich in ihn verliebt hatte.

Allerdings klang alles sehr ähnlich zu jener Bekanntschaft mit einer Französin, die dann auch plötzlich in Mali (dem Land) auftauchte und Geld wollte.

Es war ein Urlaubschat, aber Herr Tonc vermutete leider nur eine weitere Abzocke.

In jedem Fall offenbarten die 3 Wochen Abwesenheit und die gezielt seltenen SMS, die er an seine drei Fovoritinen schrieb, dass nur Natti offenbar nachhaltig auf ihn stand und das auch unkompliziert signalisierte.

Herr Tonc freute sich sehr darüber, denn er spürte, dass er sie wirklich mochte und das auf Dauer vielleicht tatsächlich auch mehr möglich wäre. Wenigstens eine echte Freundschaft. Ihr leidenschaftlicher Zungenkuss war also doch ehrlich gemeint gewesen.

Es lag nur an seiner Ungeduld, dass er sie beinah verloren hätte und er musste daher jetzt sehr vorsichtig und geduldig vorgehen.

Dagegen war Lilly sehr verschlossen und er spürte die Angst, dass sie ihn nicht ermutigen wollte.

Was natürlich sehr entmutigend war.

Entweder hatte sie nach wie vor Angst sich auf seine Liebe einzulassen, weil sie ihm nicht vertraute oder weil sie zu „katholisch“ erzogen war. Dann bestand kaum Hoffnung.

Oder liebte sie wirklich Rumo. Er konnte es nicht glauben, sondern war nach wie vor davon überzeugt, dass die angebliche Beziehung eine Notlüge war. Warum sonst beantwortete sie nun nicht einmal mehr seine SMS?

Er musste bei ihr jetzt auf die persönliche Wiederbegenung hoffen, was anderes blieb ihm nicht.

Isy war ebenfalls sehr schweigsam, im Vergleich zu ihrer quirligen Agilität vor ihrem ersten Treffen.

Hatte sie das Interesse verloren? war er nicht ihr Typ? Hatte sie seine Lügen durchschaut?

Wenn ja, warum sprach sie es dann nicht einfach aus?

Oder war sie immer noch zu schüchtern, wie sie beim Treffen gewirkt hatte, um offen zu sagen was sie wollte?

Herr Tonc beschloß sich weiter zurückzuhalten, aber es fiehl ihm äußerst schwer.

Auch wenn er in der ersten Woche den Druck vom Kessel nahm und eine süße Hure besuchte, blieb er angespannt.

Sicher, das Spiel ansich machte auch Spaß, aber lieber hätte er klare Verhältnisse.

Immerhin hatte er aber auch eine weitere Möglichkeit gefunden an sein Ziel zu gelangen.

Im Netz gab es nämlich inzwischen auch Portale, wo man direkt nach Affairen suchen konnte ohne viel Geld zu bezahlen.

Bisher war er davor zurückgeschreckt, bis auf einen zaghaften Versuch, doch im Urlaub probierte er es noch einmal.

Das Angebot war verlockend und schien zu beweisen, das es tatsächlich „normale“ Frauen gab, die sich auch nach mehr und besonderem Sex sehnten, ohne den Umweg über eine Beziehung und ein langes Werben und die ebenfalls gebunden waren.

Doch es musste sich erst noch zeigen, ob die so offenen Damen, tatsächlich das hielten, was sie versprachen und das Problem war zudem, der frapiernde Männerüberschuß.

Herr Tonc würde abwarten und Tee trinken, was blieb ihm übrig.

VIELFALT

Isy hatte einen Anderen.

Herr Tonc hatte es schon vermutet. Obwohl er nicht ganz sicher war, ob es stimmte, oder sie nur diese sehr praktische Ausred wählte, die er ja selbst bei ihr schon verwendet hatte.

Dass es keine Liebe auf den ersten Blick war, war ohnhin klar gewesen, aber sie hatte ihn, bei ihrer ersten Begegnung, doch äußerlich positiv überrascht und er fand sie insgesamt schon sympathisch.

Aber ok, immerhin konnte es ja sein, das ihre neue Liebe sich doch nicht als die Wahre herausstellte.

Unterdessen hatte sich ergeben, dass das Portal in welchem man direkt nach Sexkontakten suchen konnte, durchaus mit einigen aktiven Frauen bevölkert war und es war auch nicht das einzige Portal dieser Art.

Herr Tonc hatte erste Kontakte geknüpft und verfolgte die weitere Entwicklung mit gedämpfter Zuversicht.

Außerdem hatte er das daGefühl, das es tatsächlich eine Szene Gleichgesinnter gab und dass er sich so langsam an deren Schattenwelt herantastete.

Kontakt war aber möglich, trotz Männerschwemme, wenn man höflich war und Geduld hatte. Allerdings widersprach das der Illusion die diese Portale zuerst erzeugten.

In ihren Profilen versprachen die Frauen, manchmal auch in sehr eindeutigen Worten viel und sofort alles, doch wenn sie dann antworteten blieb oft nicht viel davon.

Man brauchte auch hier offenbar viel Geduld und Fingerspitzengefühl.

Immerhin entwickelte sich die Freundschaft zu Natti wieder in Richtung ihrer Anfangszeit, ein neuer Kick Off wäre ein reales Treffen und tatsächlich, sie machte hierzu bereits Vorschläge.

Ein gutes Zeichen! Doch er würde sich diesmal nicht zu früh freuen und reserviert bleiben. Das hatte er sich geschworen.

Zum Glück war Susi wieder in der Stadt.

ENDSPIEL

Herr Tonc: Schön das Sie kommen konnten.

Dr. Meyer: Gerne, Sie wollen aufgeben?

Herr Tonc: Zumindest bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich ziemlich stark an einem möglichen Erfolg zweifle.

Dr. Meyer: Das hörte sich letzte Woche noch anders an.

Herr Tonc: Ich weiß, ich bin ja auch ansich ein Mensch mit viel Zuversicht.

Dr. Meyer: Was…

Herr Tonc aufgebracht: Was mich am meisten nervt, ist diese heuchlirsche Unehrlichkeit.

Während gleichzeitig von mir absolute Aufrichtigkeit erwartet wird.

Dr. Meyer: Wie meinen sie das, das klingt absurd.

Herr Tonc nickt resigniert: Ja, es klingt genau so absurd wie es ist.

Frauen behaupten immer, Freundschaften zwischen Mann und Frau wären möglich, doch aktiv werden sie dafür nicht.

Wenn ich nicht selbst immer wieder Treffen vorschlage oder die Kommunikation im Gang halte, passiert nichts.

Doch es ist nicht nur Koketterie, sie haben auch dann eine Ausrede nach der anderen um sich nicht treffen zu können. Daher habe ich es jetzt aufgegeben.

Dr. Meyer: Vielleicht lag es daran, dass bei den beiden mir bekannten Fällen, von denen Sie jetzt sicher gerade sprechen, von Anfang ein Spiel mit Unwahrheiten war. Die Frauen können ihnen nicht mehr vertrauen.

Herr Tonc seufzt: Mag sein, doch inzwischen ist der Wein längst rein ausgeschenkt und es wäre ja o.k., wenn sie dann einen klaren Schlußstrich setzen würden.

Doch das machen sie nicht, sie halten mich hin oder trauen sich nicht die Sache zu beenden.

Dr. Meyer: Ich verstehe, das ist kein gutes Gefühl.

Herr Tonc: Noch dümmer ist es, bei den Sex-Portalen. Hier kann man ja eigentlich direkt die Wahrheit sagen, sollte man meinen. Aber entweder mache ich was falsch oder die Wahrheit ist auch wieder nicht richtig.

Dr. Meyer lacht: So scheint es.

Herr Tonc zuckt mit den Schultern: Ich bin kurz davor aufzugeben.

Dr. Meyer schaut nachdenklich:

Ich kann Sie verstehen und doch möchte ich sie bitten weiter zu machen.

Herr Tonc blickt ihn überrascht an.

Dr. Meyer nickt: Ich weiß sie werden es auch aus freien Stücken tun, weil sie ein Mensch sind mit großen nehmerqualitäten sind.

Herr Tonk: Danke

Abgang.

ERLÖSUNG

Weihnachten!

Eine Zeit, die viele Singel Frauen offenbar ihre Einsamkeit noch mehr empfinden lässt.

Daher hatte Herr Tonc plötzlich wieder viele Möglichkeiten.

Doch zuvor war der Herbst tatsächlich nicht so erfreulich verlaufen.

Zunächst hatte es einige Möglichkeiten zum Treffen mit Natty gegeben, die aber alle unglücklich vertan wurden, oder einfach nicht zustande kamen.

Der Frust darüber hatte ihn erneut unvorsichtig in der Kommunikation gemacht.

Er hatte seine Möglichkeite, die bei ihr durch sein erstes Tattoo zwar gestiegen waren, wieder einmal überschätzt.

Und schließlich hatte sich herausgestellt, oder vielmehr erneut bewahrheitet, wie dünnhäutig sie bei ehrlichen Kommentaren war und wie wenig „rheinischen“ Humor sie tatsächlich hatte.

Sie kam eben doch nicht wirklich aus dem Rheinland, sondern war, trotz New York, in Wahrheit eine engstirnige Saarländerin geblieben.

Also hatte es sich mit ihr wohl Anfang Dezember endgültig verscherzt.

Das macht ihn einerseits traurig, andererseits aber war es auch eine gewisse Befreiung, denn hatte sie ihn nicht eigentlich seit einem halben Jahr nur hingehalten?

Sein Bauchgefühl sagte ihm allerdings, dass Sie Natty bei diesem Ende auch noch länger unwohl fühlen würde und dass es zu einem spätern Zeitpunkt vielleicht, bei einer zufälligen Begegenung doch wieder aufflammen könnte.

Das zweite Desaster war nur ein kurzzeitiger aber doch intensiever Flirt mit Anna. Sie war auch eine frisch in die Stadt zugezogene und sehr spontan. Also kam es rasch zu einem Treffen.

Dieses war auch wirklich nett, aber nicht die ganz große Offenbarung.

Herr Tonc wollte es aber nciht bei einem belassen, versuchte ein zweites zu arangieren, obwohl auch ihr Reaktion nach dem ersten Treffen zwiespältig war.

Erneut war er zu hartnäckig und blitzte schließlich ganz ab.

Grund war aus seiner Sicht der Generationenunterschied.

Sie definierte ihre Freundschaften wie Klicks im Internet, wollte immer alle Freunde gleichzeitig treffen.

In die Weihnachtszeit ging er also trübseelig und mit nur einer stärkeren Option.

Leila!

Endlich eine attraktive blonde Norddeutsche.

Auch sie hatte er einige Wochen zuvor auf dem gleichen internationalen Portal kennengelernt wie Natty und Anna.

Und es war ihm nach anfänglichen Spielchen gelungen sie auch einmal real zu treffen.

Aber das wichtige zweite Treffen kam einfach nicht zustande.

Obwohl der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt eine glänzende Möglichkeit bot.

Noch war nicht aller Tage Abend.

Hoffte er zumindes.

Ach ja, es gab auch noch Gwendolin, Herr Tonc verlor klangsam den Überblick.

Mit ihr hatte er schon ziemlich heißen Chat, doch dann hatte sie abgebrochen, mit der Begründung ihr Beziehung gehe gerade in die Brüche.

Offenbar auch weil sie mit ihm Chattete.

Das war eine neue Erfahrung und Herr Tonc fühlte sich etwas unwohl dabei.

Würde sie sich wieder melden?

RÜCKZUG

Im Gegensatz zu den „normalen“ Dates hatten sich inzwischen auch Kontakte in den Sexportalen ergeben,

aber Herr Tonc fürchtete sich noch etwas mit diesen scheinbar „hemmungslosen“ Frauen zusammenzutreffen.

Außerdem hatte sich auch hier, zu seiner Überraschung, nicht viel schneller eine „face to face“ Möglichkeit entwickelt.

Bisher wollten sie ihn immer nur zu Sammeltreffen oder mit Partner einladen.

Seltsamerweise wiedersprach dabei, wie auch in den Schreibkontakten, die Realität oft eklatant den Profilen.

Aber es ergab sich übr dieses Thema ein sehr netter Chat mit einer Moderatorin.

Inzwischen waren Niki und Lilly, letztere trotz oder wegen eines zweiten Reallife Treffens, wieder auf dem Rückzug.

Irgendetwas machte er offenbar noch immer gründlich falsch, was die Damen verschreckte.

Aber was?

War es die schriftliche Kommunikation? Dabei dachte er gerade eben diese gut zu beherrschen?

Inzwischen kriselte es in seiner Ehe etwas. Vielleicht hatte seine Frau ja eine Art siebten Sinn für die Zerrissenheit in der er sich befand?

Herr Tonc war sich aber immer noch nicht sicher, ob er sich einen Bruch sogar wünschte, der Kinder wegen auf jedenfall nicht.

Aber ihm war auch klar, dass er an der momentanen Situation irgendwann verzweifeln würde und so langsam aber sicher einem Abgrund entgegen fiel.

Warum konnte die Welt, konnten die Frauen nicht so einfach gestrickt sein wie Männer.

Die Geschehnisse der Silvesternacht 2015 und der Diskurs in den Diskussionen danach zeigte es wieder deutlich.

Die Geschlechter wurden so unterschiedlich sozialisiert und erzogen, dass sie fast nicht unproblematisch miteinander verkehren konnten.

Da stand fast immer, der überhöhte „Sexismus“ der meistern Männer einem überhöten „Feminismus“ oder einer tief verwurzelten Prüderie der Frauen gegenüber.

Beides war gleichzeitige Ursache der tagtäglichen Schwierigkeiten.

Was war da die Lösung? Sicher nicht, allen Männern ihren Sexualtrieb auszutreiben und er war sich sicher, dass das bei allem Geschrei um Belästigung siehe #me to, die Frauen das in der Mehrheit nicht wirklich wollten. Gerade emanzipierte Frauen, konnten auch in sich diesen Sexualtrieb zulassen und ausleben.

Wo war die Grenze? Ist schon ein begehrlicher Blick eine Belästigung, wenn die Frau es so interpretiert?

Es gab auch in dieser Nacht sicher tausende mehr oder weniger erotischer, also auch grenszwertige Begegnungen zwischen Männern und Frauen.

Irgendeine Initiative gibt es dabei immer und jedesmal kann es als Belästigung aufgefasst werden.

Die Frage bleibt also offen, ob es auch so von den betreffenden Frauen empfunden worden wäre, wären die zudringlichen Männer, weiß und gutaussehend gewesen

Man mußte zudem nur mal grundsätzlich nach der Antwort suchen, warum es für Männer ein Kompliment ist, von einer Frau begehrt zu werden. Selbst wenn er verheirat ist oder selbst wenn die Frau objektiv, unattraktiv wäre, für Frauen aber keineswegs, andersherum.

Frauen dürfen sich gegenüber Männern dann fast alles erlauben, auch handgreiflich werden ohne das Männer sich darüber beschweren oder wenn sehen sie es gelassen bzw. erfreut.

Ein Mann unterscheidet hierbei eben nicht oder selten ob die Frau reich oder attraktiv ist. Ein Frau die scharf auf ihn ist, hat er schnell gerne. Ist diese Einstellung nicht in Wahrheit viel Frauenfreundlicher, viel gleichberechtigter?

Frauen hingegen diskriminieren Männer die nicht in ihr Beuteschema passen, bei der Partnerwahl im Grunde immer.

Sie wollen nur jene rann lassen, die in ihren Augen attraktiv, reich, berühmt, stark,  schlau usw. sind. Sicher eine Verallgemeinerung, aber auch nicht von der Hand zu weisen.

Und genau darum war es auch so schwierig, eine diskrete Affäre zu finden.

Er hatte das nicht erwartet, nun wurde es ihm aber mehr und mehr klar.

Vielleicht war es so, wie mit allen Dingen, sie mussten zu einem kommen.

Es brachte wenig, sie unbeding zu wollen.

Aber mehr noch, lag es an diesen uralten Geschlechterrollen, vor allem aber an der gut gemeinten Erziehung der Frauen und der damit verbundenn gesellschaftlichen Maßregelung der Männer. Die vermutlich auch notwendig war.

Herrn Tonc nervte das trotzdem.

Aber alles hatte wohl mit dem Feigenblatt im Paradies begonnen.

Er musste sich also damit abfinden, dass seine Sehnsucht nach einer vorurteilsfreien Beziehung, vielleicht niemals erfüllt werden würde.

Zumindest konnte man offenbar nicht wirklich danach suchen oder doch?

Wenn es geschah, dann war es Zufall.

Aber es geschah doch, aber davon mehr ein andermal.

ENDE

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